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Mathias Beers 60

ski - Wer als Banker im Saarland zu Hause ist, hat eigentlich eine auskömmliche, nicht unbedingt nur räumliche Distanz zu den Finanz- und Regulierungszentren - was in der wunderschönen Provinz keineswegs als Nachteil empfunden wird. Den Folgen der...

Mathias Beers 60

ski – Wer als Banker im Saarland zu Hause ist, hat eigentlich eine auskömmliche, nicht unbedingt nur räumliche Distanz zu den Finanz- und Regulierungszentren – was in der wunderschönen Provinz keineswegs als Nachteil empfunden wird. Den Folgen der Entscheidungen, die in Frankfurt bei der EZB und der Bundesbank, von der Politik in Brüssel und Berlin oder von der Bankenregulierungsbehörde EBA in London getroffen werden, kann sich aber auch eine Genossenschaftsbank von überschaubarer Größe nicht entziehen. Zum Beispiel die Vereinigte Volksbank Dillingen Dudweiler Sulzbach/Saar (VVB), die mit ihrer Bilanzsumme von gut 1 Mrd. Euro immerhin auf Platz 221 unter den 970 Primärinstituten der Gruppe liegt.Nach acht aufeinanderfolgenden Jahren mit Ergebnissteigerungen sieht sich die von rund 40 000 Eigentümern getragene VVB heute nicht nur als eine der rentabelsten Banken ihrer Region; mit einem Betriebsergebnis nach Bewertung von zuletzt 1,2 % der durchschnittlichen Bilanzsumme liegt sie vielmehr auch im bundesweiten Vergleich aller Volksbanken in der Spitzengruppe. Dennoch: Die Nullzinsphase werde in den kommenden Jahren für alle Banken, die klassisches Einlagen- und Kreditgeschäft betreiben, “dramatische Konsequenzen haben”, weiß der Vorstandsvorsitzende Mathias Beers. Gegen die Zinspolitik der EZB sei ein Haus wie die VVB “auf lange Sicht machtlos”. Auch zu dem einen oder anderen Regulierungsthema hat er seine eigene klare Meinung.Beers, ein verbundtreuer Kreditgenosse vom Scheitel bis zur Sohle, ist am Finanzplatz Frankfurt, sowenig er diesen auch vermisst, kein Unbekannter. DG Bank, SGZ-Bank, GZ-Bank und DZ Bank waren hier die Stationen des Wirtschaftspädagogen. Seit seiner SGZ-Zeit gehörte er über viele Jahre zu den engsten Vertrauten des Vorstandsvorsitzenden Ulrich Brixner. Beim 2001 durch eine Fusion entstandenen Zentralinstitut wurde Beers Leiter des Bereichs Zentrale Vertriebssteuerung und bald darauf auch Verbund-Ombudsmann, gewissermaßen ein Anwalt der Ortsbankenbasis im Oberhaus. 2003 wechselte er in den Vorstand des von der DZ Bank übernommenen Nürnberger Ratenkreditspezialisten TeamBank (seinerzeit noch Norisbank). Fünf Jahre später wurde er zum Vorstandsvorsitzenden der damaligen Volksbank Dudweiler berufen. Das Saarland ist seine neue Heimat geworden. Am morgigen Donnerstag vollendet der verheiratete Vater von vier Kindern sein 60. Lebensjahr.