Matthew Westerman kehrt HSBC den Rücken
Matthew Westerman kehrt HSBC den Rücken
hip – Matthew Westerman (52) kehrt HSBC nach nicht einmal zwei Jahren als Co-Head of Global Banking den Rücken. Er war als Nachfolger von CEO Stuart Gulliver gehandelt worden. Am Ende setzte sich allerdings John Flint durch, der von Gulliver favorisierte Chef der Sparte Retail Banking & Wealth Management (RBWM), der bereits seit 1989 bei HSBC ist (vgl. BZ vom 13. Oktober). Flint wird den weiteren Aufstieg der seit 152 Jahren unkaputtbaren Bank wohl ohne schillernde Auftritte und Negativberichterstattung vorantreiben können.Wie Bloomberg unter Berufung auf Insider zuerst berichtete, wird Robin Phillips Global Banking künftig wieder allein führen. Anfang 2016 war ihm der ehemalige Chairman des Investmentbankgeschäfts von Goldman Sachs in Europa, Nahost und Afrika zur Seite gestellt worden, um eine Runderneuerung der Sparte zu bewerkstelligen. Westerman, der gut 15 Jahre bei der US-Investmentbank verbrachte, galt angeblich als einer der vertrauenswürdigsten externen Berater von HSBC und soll sowohl Gulliver als auch dem ehemaligen Chairman Douglas Flint nahegestanden haben. Flint ging Ende September, Gulliver verlässt die Bank im Februar 2018.Medienberichten zufolge führte Westerman ein Zeiterfassungssystem ein, um nachzuhalten, womit seine Banker ihre Zeit verbringen, wie viele Kunden sie besuchen und wie viele Deals sie mit nach Hause bringen. “Aus war es mit dem ,HSBC Way`, der darin bestand, Führungskräften zu vertrauen, dass sie das Richtige tun werden”, heißt es in einem Bericht von E-Financial Careers zum Wirken Westermans. Die von ihm eingeleitete “Kulturrevolution” sei jedoch über die Mitarbeiterüberwachung hinausgegangen. Die Bank führte deutlich härtere Kriterien zur Bewertung der Leistung der Mitarbeiter und eine differenziertere Herangehensweise bei der Bonivergabe ein, wie Bloomberg Anfang des Jahres berichtete. Zuvor sei es bei HSBC “egalitärer” zugegangen als bei den Wettbewerbern. Zudem seien bei Global Banking & Markets 100 Führungspositionen – Managing Directors und Directors – gestrichen worden. Der Prozentsatz der Kandidaten, die zum Managing Director befördert wurden, ging zurück.Dem Fachblatt “Financial News” zufolge hatte Westermans Führungsstil Spannungen hervorgerufen. Sein Abgang sei nur eine Frage der Zeit gewesen, wird einer seiner ehemaligen Kollegen zitiert. “Es hat einen großen Zusammenprall der Kulturen gegeben.”