Mieten steigen trotz Corona
Mieten steigen trotz Corona
Wohnungen sind für Investoren auch in Zeiten der Corona-Pandemie attraktiv. Zwar ist das Transaktionsvolumen eingebrochen, doch werden Mieten und Kaufpreise weiter steigen, wenn auch nicht mehr so stark wie in den vergangenen Jahren. Mit deutlich zunehmenden Mietausfällen ist aber zu rechnen.tl Frankfurt – Wohnungen in Deutschland bleiben nach Einschätzung des Maklerverbands IVD in und nach der Coronakrise für Investoren interessant. Die Mieten würden in diesem Jahr voraussichtlich um 2,5 bis 3 % steigen und damit nur etwas weniger als im Vorjahr (3,1 %) steigen. Das Kaufpreiswachstum werde von 8,3 % im Vorjahr auf 4 bis 5 % zurückfallen. Sehr deutlich würden sich die Auswirkungen der Pandemie dagegen bei den Transaktionen zeigen, der Verband erwartet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Einbruch um 20 bis 25 %.Viele Entscheidungen würden wegen der unsicheren Lage vertagt, das gelte vor allem für Wohnungskäufer und Investoren, heißt es beim IVD, der sich auf eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedern und Marktberichterstattern beruft. Das Kaufgeschehen könnte sich im dritten oder im vierten Quartal 2020 normalisieren, je nachdem wie sich die Corona-Krise bis zum Ende der Sommerferien entwickelt und welche Lockerungen vollzogen würden, so der IVD weiter.In der Bevölkerung scheint nach wie vor großes Interesse an Wohneigentum zu bestehen. Nach einer repräsentativen Befragung des Berliner Wohnungsentwicklers und -bestandshalters Fortis Group sehen 42 % der Teilnehmer Wohnungen als Sicherheitsfaktor in Krisenzeiten, und lediglich 11 % als Unsicherheitsfaktor. Deutlich zurückhaltender sind die Bundesbürger aber in der Einschätzung, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wohnungskauf ist. Dieser Meinung ist nur jeder Vierte, während die Hälfte lieber abwartet – wie sich ja auch am Marktgeschehen zeigt.Bei der erwarteten Preisentwicklung stimmt nur ein kleinerer Teil (27 %) der Umfrageteilnehmer mit der IVD-Erwartung steigender Preise überein. Etwas mehr (29 %) rechnen mit sinkenden und 24 % mit stagnierenden Preisen. Immerhin 39 % der Befragten gehen davon aus, dass es nach der Krise eher gute Möglichkeiten für den Erwerb von Wohneigentum geben wird, 21 % erwarten eher schlechte Chancen. Zuwanderung erwartetMehr Kaufzurückhaltung als im mittleren Preissegment wird es nach Einschätzung des IVD bei teuren Wohnungen geben. Außerdem würden in diesem Jahr viele internationale Wohnungskäufer am deutschen Markt nicht aktiv sein. Diese Einschätzung wird aber nicht von allen geteilt. So beobachtet Jörg Winterlich aus der Geschäftsleitung der Fortbildungseinrichtung Immobilien Investment Akademie (IIA) schon jetzt, dass “mehr ausländisches Kapital auf den deutschen Markt drängt”.Um seine positive Einschätzung des Mietwohnungsmarkts zu untermauern, verweist der IVD darauf, dass in deutschen Großstädten derzeit rund 1,9 Millionen Wohnungen fehlen und die ohnehin unzureichende Zahl der Baugenehmigungen in der Krise sogar noch abzunehmen scheint. Auch die Zahl der Umzüge werde weiter sinken. Andererseits erwartet der Verband mit einer steigenden Zuwanderung, ähnlich wie in der letzten Finanzkrise, als 300 000 bis 500 000 Personen aus EU-Ländern nach Deutschland kamen.Immer mehr Menschen werden ihre Mieten nicht zahlen können, befürchtet der IVD. Die Zahl der Mietausfälle, die bei den meisten Wohnungsgesellschaften im Moment deutlich unter 1 % des Bestandes liegt, werde nach Einschätzung der Makler im dritten und vierten Quartal auf 4 bis 5 % steigen, je nachdem wie schwer die Rezession und wie lang die Einschränkungen dauern werden.