Munich Re hält trotz Pandemie an Prognose fest
Munich Re hält trotz Pandemie an Prognose fest
mic München – Die Munich Re rechnet nicht mit materiellen Auswirkungen auf das Jahresergebnis infolge des Coronavirus. Dies ist dem Geschäftsbericht 2019 zu entnehmen, den der Rückversicherer am Mittwoch vorlegte. Die Konzern gehe auch nicht von einer globalen Rezession aus, heißt es im Prognoseteil des Geschäftsberichts. Warnend wird allerdings hinzugefügt: Im Fall einer weltweiten Pandemie müsse mit weitergehenden Verwerfungen an den Kapitalmärkten und größeren Ergebnisauswirkungen gerechnet werden. Die Munich Re will den Nettogewinn im laufenden Jahr von 2,7 Mrd. Euro auf 2,8 Mrd. Euro erhöhen.Ein Sprecher detaillierte auf Nachfrage, dass der Geschäftsbericht am 6. März aufgestellt worden sei. Die Annahmen des Berichts scheinen damit teils überholt zu sein, beispielsweise wird mittlerweile allgemein von einer weltweiten Pandemie gesprochen. Außerdem sind die Verwerfungen an den Kapitalmärkten deutlich spürbar. Beispielsweise ist der Dax seit dem 6. März um 27 % gesunken.Die Munich Re ist allerdings bekannt dafür, schnell ad hoc auf eine veränderte Gewinneinschätzung zu reagieren. Daher ist davon auszugehen, dass der Vorstand auch unter den Marktbedingungen am 18. März die Prognose für erreichbar hält. Das Management wies außerdem darauf hin, dass die Auswirkung sinkender Aktienmärkte durch Absicherungen teils aufgefangen werde.Der Versicherungskonzern beziffert die Belastungen aus der Corona-Pandemie auf maximal rund 2 Mrd. Euro, bestehend aus zwei Komponenten. Erstens bekräftigte er die Angaben von der Bilanzpressekonferenz im Februar, dass Munich Re im Extremfall in der Lebens- und Gesundheitsversicherung Schäden von maximal 1,4 Mrd. Euro zu schultern hätte. Dies gelte für den “sehr unwahrscheinlichen Fall” einer weltweiten Pandemie in der Höhe eines 200-Jahres-Ereignisses, heißt es im Geschäftsbericht. Diese Belastung entspreche einem mittleren Naturkatastrophenszenario. Zweitens könnten in der Rückversicherung Schaden/Unfall Schäden in Höhe von einem mittleren bis hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag entstehen. Dieser werde im Wesentlichen getrieben durch die Versicherung von Großveranstaltungen – die Munich Re hatte erklärt, die Olympischen Sommerspiele in Tokio mit einem dreistelligen Millionenbetrag versichert zu haben. Hoher Bonus für 2019Der Aufsichtsrat zeigte sich sehr zufrieden mit der Leistung des Vorstands im vergangenen Jahr. Der Jahresbonus wurde auf 130 % festgesetzt, während im Vorjahr nur 96 % gewährt worden waren. Dem Vorstandsvorsitzenden Joachim Wenning wurden 6,0 (4,8) Mill. Euro ausgezahlt, während seinem Vorstandskollegen und Ergo-Chef Markus Rieß unverändert 5,2 Mill. Euro überwiesen wurden. In der Berechnung nach DRS 17 verdiente Rieß mit 4,6 Mill. Euro sogar deutlich mehr als Wenning mit 3,9 Mill. Euro.