Munich Re macht 1,4 Mrd. Euro Miese

Hurrikanschäden belasten Konzern

Munich Re macht 1,4 Mrd. Euro Miese

sck München – Die diesjährige Hurrikansaison hat der Munich Re deutlich zugesetzt. Der größte Rückversicherer der Welt verbuchte nach eigenen Angaben wegen hoher Schäden aus Naturkatastrophen im dritten Quartal einen Nettoverlust von 1,4 Mrd. Euro. Da der Konzern in der ersten Jahreshälfte einen Überschuss von 1,3 Mrd. Euro auswies, fällt nach neun Monaten aufgrund des Rückschlags in den Sommermonaten ein Fehlbetrag von rund 100 Mill. Euro an.Dennoch geht Finanzvorstand Jörg Schneider davon aus, 2017 noch einen Überschuss zu erzielen. Für das Gesamtjahr werde ein “kleiner” Gewinn erwartet, teilte die Gesellschaft mit. Die Munich Re schränkte aber ein, dies sei nur möglich, wenn das Geschäft im Jahresschlussquartal “erwartungsgemäß” verlaufe – sprich keine umfangreichen Schäden abermals die Erfolgsrechnung verhageln. Erfahrungsgemäß belasten aber Herbststürme in Europa die Branche schwer.Die Anleger ließ die Nachricht kalt. Die Aktie gewann in der Spitze 4,1 % auf 194 Euro. Vermutlich hat der Markt ein schwaches Quartal bereits “eingepreist”, nachdem Mitte September die Munich Re eine Ergebniswarnung infolge verheerender Wirbelstürme in der Karibik und an der Südostküste der USA abgegeben hatte (vgl. BZ vom 15. September). Seinerzeit verwüsteten die Hurrikane “Harvey” und “Irma” weite Teile der US-Bundesstaaten Texas, Louisiana und Florida. Ende September sorgte der Orkan “Maria” unter anderem in Puerto Rico für große Schäden. Beruhigend auf die Investoren wirkte vermutlich auch, dass die Munich Re trotz der hohen Versicherungsleistungen für die betroffenen Gebiete an ihrem Aktienrückkaufprogramm festhält. Dämpfer für die BrancheDie Hurrikansaison läuft noch bis Ende November. Ursprünglich hatte die Munich Re für 2017 einen Überschuss von 2 bis 2,4 (i.V. 2,6) Mrd. Euro angepeilt. Mit ihrem Verlust im dritten Quartal ist sie aber nicht allein. Die Hurrikanschäden trafen die gesamte Branche. Der größte Wettbewerber Swiss Re berichtete zuvor von 3,6 Mrd. Dollar Belastungen (vgl. BZ vom 21. Oktober). Dazu trug das Erdbeben in Mexiko bei. Rechnet man die gesamten Katastrophenschäden ein, ergab sich für die Munich Re im dritten Quartal eine Belastung von 3,2 Mrd. Euro. Neben den Großschäden drückten negative Bilanzierungseffekte aus der Ablösung eines Lebensrückversicherungsvertrags und ein geringerer Gewinnbeitrag der Erstversicherungstochter Ergo das Konzernergebnis.