Naturkatastrophen belasten Talanx
Naturkatastrophen belasten Talanx
Der Versicherungskonzern Talanx hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als 2016. Im laufenden Jahr soll das Konzernergebnis wieder kräftig zulegen, aber noch nicht ganz das Niveau von 2016 erreichen. Die Dividende soll um 5 Cent auf 1,40 Euro pro Aktie steigen. Der Aktienkurs legte um 1,8 % auf 35,76 Euro zu.tl Hannover – “Dividendenkontinuität ist uns wichtig”, sagte der im Mai an die Aufsichtsratsspitze wechselnde Konzernchef Herbert K. Haas auf der Bilanzpressekonferenz des Versicherers Talanx am Montag in Hannover. “Wir wollen immer mindestens die Höhe des Vorjahres halten.” Bei einem Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge um 6,3 % auf 33,1 Mrd. Euro ging das Konzernergebnis um ein Viertel auf 672 Mill. Euro zurück. Für 2018 kündigte Haas ein Ergebnis von etwa 850 Mill. Euro an. Damit wäre das Niveau von 2016, als 903 Mill. Euro erzielt worden waren, annähernd wieder erreicht. Die Eigenkapitalrendite soll 9,0 (i.V. 7,5) % erreichen. Ziel bleibe es, 35 bis 40 % des Konzernergebnisses auszuschütten, erklärte Haas.Gebeutelt wurde Talanx im vergangenen Jahr – ähnlich wie auch andere Versicherer – durch hohe Belastungen aus Naturkatastrophen. Konzernweit hat sich die Netto-Großschadenlast fast verdoppelt auf 1 620 (Vj. 883) Mill. Euro. Damit wurde das Großschadenbudget von 1 115 Mill. Euro deutlich überschritten. Diese Großschäden schlugen auf das Ergebnis mit minus 166 Mill. Euro in der Industrieversicherung und minus 189 Mill. Euro in der Schadenrückversicherung durch. Vorsicht bei ÜbernahmenBeim Thema Zukäufe zeigte sich Haas entspannt. “Wir haben dadurch nichts verpasst”, sagte er mit Blick auf die Übernahme des Bermuda-Versicherers XL Catlin durch Axa. Grundsätzlich wäre eine 12,4 Mrd. Euro schwere Übernahme, wie sie Axa nun mit der XL vollzieht, für Talanx nicht so ohne Weiteres zu stemmen. “Das wäre für mich ein zu hohes Konzentrationsrisiko.” Auf die Frage, wie viel Talanx für Übernahmen ausgeben könne, verwies Haas auf die alte Aussage des Haupteigners HDI. Die Versicherungsgruppe will demnach langfristig die Mehrheit an Talanx, also 50 % plus eine Aktie, behalten. “Dann ständen 29 % für eine Kapitalerhöhung zur Verfügung. Beim aktuellen Börsenkurs ließen sich damit etwa 5,5 Mrd. Euro heben. Dazu kämen 1 bis 2 Mrd. Euro Fremdkapital.” Allerdings kann sich Haas “schwer vorstellen”, alles für ein Akquisitionsziel auszugeben.Mit Blick auf die Kapitalanlagen sagte Finanzvorstand Immo Querner, das Ziel von 2 Mrd. Euro für Infrastrukturvorhaben wie Windparks sei erreicht. “Bis 5 % der Kapitalanlagen wäre das Diversifikationspotenzial noch vorhanden.” Bei 108 Mrd. Euro Anlagebestand per Ende 2017 wären das etwas mehr als 5 Mrd. Euro. “Wir müssen das aber nicht machen, schon gar nicht in den nächsten ein bis zwei Jahren. Entweder man findet, was passt, oder man nimmt was anderes.” Die Anlagepolitik des Konzerns sei “im besten Sinne opportunistisch”. Eingeplant hat Talanx für das laufende Jahr Investitionen in Infrastruktur von 300 Mill. Euro in Form von Eigen- und Fremdkapital. Eine Rendite von 2,5 bis 3 % sei realistisch, sagte der Finanzchef.Die Zinszusatzreserve (ZZR) wird nach Angaben von Jan Wicke, im Vorstand für deutsche Privat- und Firmenkunden verantwortlich, bis Ende 2018 auf mehr als 4 Mrd. Euro anwachsen – bei unveränderter Rechenmethode. Sollten die jetzt diskutierten Änderungen umgesetzt werden – Querner zeigte sich da zuversichtlich – so werde sich der diesjährige Zuwachs auf etwa 450 Mill. Euro halbieren, sagte der Finanzvorstand.—– Wertberichtigt Seite 8