Neue Spielregeln nach dem Abpfiff
Neue Spielregeln nach dem Abpfiff
Stellen Sie sich vor, Eintracht Frankfurt gewinnt das DFB-Pokal-Halbfinale auf Schalke heute Abend 3 : 2, was ja auch nach der Kovac/Bayern-Affäre denkbar ist. Morgen annulliert dann der Deutsche Fußball-Bund zwei Eintracht-Tore und erklärt Schalke 04 zum Sieger. Begründung: Die Tore dürfen nicht mehr 7,32 Meter breit sein, sondern nur noch einen Meter weniger. Das gelte rückwirkend. Völliger Quatsch? Beim deutschen Staat geht so was: die Änderung der Spielregeln nach dem Abpfiff. Die Rede ist von Cum-cum-Aktiengeschäften um den Dividendenstichtag. Das Bundesfinanzministerium hatte im Juli 2017 seine neue steuerliche Interpretation solcher Transaktionen zum Besten gegeben und die seit jeher als legal geltenden, vom Fiskus sehenden Auges geduldeten Geschäfte überwiegend als rechtswidrig eingestuft – im Nachhinein! Wegen der Rechtsunsicherheit – Steuerbescheide und Gerichtsurteile stehen aus – muss nun die DekaBank eine theoretisch mögliche Belastung von 64 Mill. Euro ausweisen. So darf man weder mit Fußballern noch mit Steuerzahlern umgehen. ski