NRW.Bank schreibt erneut Förderrekord

Jeder fünfte Euro für Venture Capital kommt von der Staatsbank - Reserven weiter aufgepolstert

NRW.Bank schreibt erneut Förderrekord

ab Düsseldorf – Die NRW.Bank hat 2017 an die Entwicklung der Vorjahre angeknüpft. Mit einem Fördervolumen von 11,6 Mrd. Euro, einem Zuwachs um 4 %, schrieb die Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen erneut einen Bestwert, wie Bankchef Eckhard Forst auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Düsseldorf erklärte. Angesichts des erreichten Volumens – “man kann das nicht jedes Jahr steigern” – will sich Forst jedoch nicht ausschließlich an dieser Größe messen lassen. Auf der Suche nach geeigneten Messgrößen befindet sich die Bank jedoch noch im Findungsprozess, wie der Manager, der seit November 2016 an der Spitze der staatseigenen Förderbank steht, einräumte.Zumindest steht für Forst bereits fest, dass die Bank ihr Engagement in der Beratung ausbauen muss. Ein Fokus liege dabei auf Gründungs- und Venture-Capital-Themen, auch wenn unstrittig sei, dass der Schwerpunkt der NRW.Bank auch künftig in der Unterstützung von Wirtschaft und Kommunen in der Fremdfinanzierung liege. Letztendlich zähle die Kundenzufriedenheit, sagte Forst.Im Förderfeld Wirtschaft registrierte die NRW.Bank im zurückliegenden Turnus mit einem Zuwachs um 14 % auf 3,7 Mrd. Euro die relativ größte Steigerung. Dabei ging der Anteil für Gründungs- und Innovationsvorhaben leicht um 2 % auf 684 Mill. Euro zurück. Allerdings war auch die Zahl der Gründungen in dem Bundesland aufgrund der günstigen konjunkturellen Lage rückläufig. In der Mittelstandsförderung wuchs das Neuzusagevolumen dagegen um 19 % auf 3 Mrd. Euro.Besonders stolz sind die Förderbanker indes darauf, dass in Nordrhein-Westfalen jeder fünfte Euro, der als Venture Capital zur Verfügung gestellt wird, von der NRW.Bank kommt. Hier wolle das Institut anknüpfen. “Wir wollen Nordrhein-Westfalen als Standort für Venture Capital weiter nach vorne bringen und mehr Investoren und Start-ups motivieren, nach NRW zu kommen”, formuliert es Vorstandsmitglied Michael Stölting. Nach Zahlen des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) rangiert das bevölkerungsreichste Bundesland zwar auf Rang 3 hinter Berlin und Bayern, der Abstand zur Spitze bleibt jedoch gewaltig. So brachte es Berlin 2017 nach den Angaben auf Frühphasen- und Venture-Capital-Investitionen von 490 Mill. Euro, Bayern auf 216 Mill. Euro und NRW auf 84 Mill. Euro, wobei die Zahlen alle Arten von Kapitalgebern umfassen. Kommunen wieder gefragt Das volumenmäßig größte Förderfeld blieb auch im Vorjahr der Bereich “Infrastruktur/Kommunen” mit einem Volumen von 5,4 (+ 3 %) Mrd. Euro. Dabei wurden an die kommunalen Haushalte mit 2,7 Mrd. Euro 13 % weniger Mittel vergeben als im Jahr davor, wie Vorstandsmitglied Gabriela Pantring ausführte. Hintergrund hierfür sei, dass die Kommunen bei anderen Banken wieder gefragte Kreditnehmer seien.In das 2017 eingeführte Programm zu Infrastrukturverbesserungen an Schulen floss mit 223 Mill. Euro nicht einmal die Hälfte des bereitgestellten Fördervolumens. Das bereitet Pantring jedoch keine Kopfschmerzen, geht sie doch davon aus, dass die Gelder, die noch bis November 2018 abgerufen werden können, noch untergebracht werden. Viele Kommunen hätten dem Mittelabruf bewusst verschoben. Bisweilen werde an größeren Projekten gearbeitet, die den Zugriff auf zwei Jahreskontingente erforderten. Das Fördervolumen im Segment “Wohnraum” gab leicht auf 2,6 (i. V. 2,7) Mrd. Euro nach. Bilanziell hat die NRW.Bank 2017 Kurs gehalten. Das Betriebsergebnis vor Bewertung reduzierte sich zwar um 15 % auf 395 Mill. Euro. Dahinter standen jedoch in erster Linie Zinseffekte aus der Bewertung von Pensionsrückstellungen. Das Gros des Ergebnisses wird den Rücklagen zugeführt, wobei nur 50 Mill. Euro offen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken gehen.