Pigasse geht zu Centerview
Pigasse geht zu Centerview
wü – Gut sechs Monate ist es her, dass er seinen Abschied von Lazard angekündigt hat. Nun ist klar, welcher neuen unternehmerischen Herausforderung sich Matthieu Pigasse stellen will. Der 51-Jährige soll die Niederlassung leiten, die Centerview Partners in Paris eröffnet. Pigasse, der zu den bekanntesten Bankern in Frankreich zählt, soll für die US-Investmentbank die Expansion in Europa vorantreiben. Trotz der aktuellen Herausforderungen sei Centerview von der Widerstandsfähigkeit französischer und europäischer Unternehmen überzeugt, erklärte Centerview-Mitgründer Blair Effron.Neben Pigasse hat die amerikanische Bank, die außerhalb der USA bereits über ein Büro in London verfügt, mit Nicolas Constant und Pierre Pasqual zwei weitere ehemalige Mitarbeiter von Lazard angeworben, darüber hinaus rund ein Dutzend weiterer Mitarbeiter. Pigasse, der 2002 bei Lazard begonnen hatte, gilt in Frankreich als eine Art Rockstar. Denn Punkrock ist eine Leidenschaft des mit einer Journalistin verheirateten Bankers, der 2009 erst das Kulturmagazin “Les Inrockuptibles” und 2010 dann zusammen mit Pierre Bergé sowie Iliad-Chef Xavier Niel die Kontrolle über “Le Monde” übernommen hat. Später kaufte er den Musiksender “Radio Nova” und das Musikfestival “Rock en Seine”.Im Herbst vor zwei Jahren gab der Absolvent der Kaderschmiede École Nationale d’Administration und des Institut d’Études Politiques (“Science Po”) dann bekannt, dass er 49 % des Kapitals der “Le Monde”-Beteiligungsgesellschaft an den tschechischen Industriellen Daniel Kretinsky verkauft habe.Pigasse, der bei Lazard unter anderem die Regierungen von Griechenland und von Argentinien bei der Restrukturierung ihrer Schulden beraten hat, hatte seine Karriere zunächst im Wirtschafts- und Finanzministerium begonnen. Dort war er später als Berater des damaligen Wirtschafts- und Finanzministers Dominique Strauss-Kahn tätig.