Postbank-Übernahme beschäftigt Gerichte weiter
Postbank-Übernahme beschäftigt Gerichte weiter
Reuters Frankfurt – Im Streit um die Übernahme der Postbank sieht sich die Deutsche Bank mit neuen Klagen von früheren Postbank-Aktionären konfrontiert. Sie fordern eine Nachzahlung, weil die Deutsche Bank ihrer Meinung nach bei der Postbank-Übernahme zu wenig gezahlt hat. 31 deutsche und internationale Investoren forderten insgesamt rund 740 Mill. Euro, berichtete die “Wirtschaftswoche” am Mittwoch unter Berufung auf eine ihr vorliegende Klage, die kurz vor dem Jahreswechsel von der Münchener Kanzlei Tricon beim Kölner Landgericht eingereicht worden sei. Auch über die Anwaltskanzlei Schirp & Partner sollen Klagen eingereicht worden sein.Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte gestern, die Bank halte die Klagen für unbegründet. Tricon war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Eine Sprecherin des Landgerichts Köln konnte sich noch nicht äußern, die zum Jahreswechsel eingegangenen Schriftstücke müssten erst verarbeitet werden. Zum 31. Dezember 2017 endete die Verjährungsfrist, neue Anlegerklagen wegen der Postbank-Übernahme sind nun nicht mehr möglich.Die Kläger argumentieren, dass die Deutsche Bank bereits am 12. September 2008 durch den Kauf des 29,75 %-Anteils der Post die Kontrolle über die Postbank übernommen habe. Erst 2010 veröffentlichte die Deutsche Bank ein Übernahmeangebot von 25 Euro je Aktie. Laut Tricon-Klage hätten den Anlegern tatsächlich 64 Euro je Aktie zugestanden, schreibt die “Wirtschaftswoche”.