WERTBERICHTIGT

Problemaktionär HNA

Börsen-Zeitung, 17.2.2018 Wenn jede Bank die Aktionäre bekommt, die sie verdient, dann müsste die Deutsche Bank eigentlich noch etwas auf dem Kerbholz haben. Als wären horrende Rechtskosten, eine mühselige Restrukturierung und eine Ertragsflaute...

Problemaktionär HNA

Wenn jede Bank die Aktionäre bekommt, die sie verdient, dann müsste die Deutsche Bank eigentlich noch etwas auf dem Kerbholz haben. Als wären horrende Rechtskosten, eine mühselige Restrukturierung und eine Ertragsflaute nicht schlimm genug, garantiert der größte Aktionär HNA nun mit Klimmzügen am Kapitalmarkt, dass die Bank aus den Schlagzeilen nicht herauskommt. Einer global tätigen Universalbank würde jede andere Art von Großaktionär besser zu Gesicht stehen als ein intransparenter Akteur aus einem autoritären System, der recht klamm wirkt und seiner Beteiligung selbst nicht so weit über den Weg traut, dass er ohne umfangreiche Absicherungsgeschäfte auskäme. Was der Markt von der Beteuerung von HNA, nach der zweiten Reduktion des Anteils werde dieser nicht mehr reduziert, hält, zeigte am Freitag die hinter einem festen Gesamtmarkt hinterherhinkende Kursentwicklung. HNA ist mittlerweile Teil des Kursperformance-Problems. Solange die Investoren einen Aktienüberhang wegen eines klammen Großaktionärs ausmachen, wird sich die Aktie kaum erholen.bn