Prudential will US-Sparte an die Börse bringen

Versicherung gibt Druck von Aktivist Loeb nach

Prudential will US-Sparte an die Börse bringen

hip London – Der US-Shareholder-Aktivist Dan Loeb hat beim britischen Versicherer Prudential offenbar Gehör gefunden. Wie die Gesellschaft bei der Veröffentlichung ihrer Geschäftszahlen mitteilte, will sie das US-Geschäft Jackson National Life an die Börse bringen. Loeb hatte nach seinem Einstieg im vergangenen Monat eine Trennung des schnell wachsenden Asiengeschäfts von Jackson National Life und die Schließung der Londoner Zentrale gefordert (vgl. BZ vom 26. Februar). Das Europageschäft lagerte Prudential bereits aus. Dabei übernahm Rothesay Life ein 12 Mrd. Pfund schweres Annuitätenpaket.Jackson National Life konzentriert sich vor allem auf das Geschäft mit Annuitäten. Die Vereinigten Staaten sind der größte Markt der Welt für Altersvorsorgeprodukte. Der fortlaufende Übergang von Millionen von US-Bürgern in den Ruhestand schaffe “wesentliche Chancen” für das Geschäft. Es benötige für seine Diversifizierung Zugang zu zusätzlichen Mitteln, sagte Chief Executive Mike Wells. “Wir glauben, dass diese am besten von Drittparteien zur Verfügung gestellt werden sollten.” Der Board habe sich entschlossen, dies vorzugsweise durch ein Initial Public Offering zu erreichen, das eine Minderheitsbeteiligung an die Börse bringen soll.Das bereinigte operative Ergebnis der Gruppe verbesserte sich im vergangenen Jahr um ein Fünftel auf 5,31 Mrd. Dollar. In Asien verzeichnete Prudential erneut starkes Wachstum. Die Unruhen in Hongkong machten sich allerdings im Geschäft bemerkbar. Man verfolge die Entwicklung der Covid-19-Epidemie mit großer Aufmerksamkeit, sagte Wells. Sie werde sich auf das Neugeschäft negativ auswirken. Das bestehende Geschäft sei robust. Versicherungsnehmer leisteten weiterhin ihre Beiträge. Die breite geografische Aufstellung in der Region und das auf wiederkehrenden Prämieneinnahmen beruhende Geschäftsmodell sorgten für eine robuste Gewinnentwicklung.