Rezessionsängste ziehen Bankenwerte abwärts
Rezessionsängste ziehen Bankenwerte abwärts
dpa-afx Frankfurt – Der freie Fall am deutschen Aktienmarkt hat am Montag besonders die Banken mit nach unten gerissen. Die Furcht vor einer weltweiten Rezession und auch vor damit verbundenen, neuen geldpolitischen Notenbankeingriffen sorgte für eine Flucht der Anleger. Zugleich nimmt auch die Sorge vor Kreditausfällen zu. Sowohl die Papiere der Deutschen Bank als auch der Commerzbank sackten zeitweise auf neue Tiefstände in ihrer über 20-jährigen Börsengeschichte.Zum Handelsstart waren die Aktien der Deutschen Bank über 17 % abgesackt auf ein Rekordtief bei 5,61 Euro. Im späteren Vormittagshandel erholten sie sich mit minus 9,3 % auf 6,15 Euro wieder etwas. Sie blieben aber dennoch Schlusslicht im Dax. Aus dem Handel gingen die Anteilsscheine des Instituts, das wegen der Krise die für den 21. März geplante 150-Jahrfeier absagte, mit einem Verlust von 13,6 % auf 5,854 Euro. Die Aktien der Commerzbank gaben um mehr als 15 % nach und schlossen auf einem Rekordtief von 3,637 Euro. “Wir sehen noch keine unmittelbaren Auswirkungen auf unser Geschäft”, teile ein Commerzbank-Sprecher mit. “Für eine Einschätzung zu den Folgen für unser Kreditportfolio ist es noch zu früh. Unsere Firmenkundenbetreuer stehen im engen Austausch mit unseren Kunden, um in jedem Einzelfall eine für diesen Kunden passende Lösung zu finden. Wir erleben unsere Kunden aktuell als ruhig und besonnen.” Die Titel der Aareal Bank kosteten zuletzt 22,88 Euro und lagen damit 4,6 % im Minus, nachdem sie zum Börsenstart bis auf knapp über 22 Euro gesackt waren.Der europäischen Bankenbranche erging es an diesem Tag kaum besser mit minus 7 %, wodurch sich der Abschlag seit Mitte Februar hier nunmehr auf rund 30 % beläuft. Als Schlusslicht auf europäischer Branchenbühne ging es für die Papiere der Unicredit um mehr als 12 % bergab. In Italien belastete die Virus-Ausbreitung die Kurse besonders stark.Am Ölmarkt kam es nach gescheiterten Verhandlungen führender Ölstaaten zum stärksten Einbruch seit fast 30 Jahren. Damit sehen sich Anleger von Finanzinstituten gleich zwei Negativszenarien gegenüber. Sollte die EZB an diesem Donnerstag wie erwartet geldpolitisch eingreifen, dürfte das den Banken der Eurozone weiter zusetzen. Denn schon jetzt müssen sie für Einlagen bei der EZB Negativzinsen zahlen.