Rivalen für Fannie und Freddie gesucht

Neuer Anlauf zu Reform der Hypothekenfinanzierung auf US-Immobilienmarkt

Rivalen für Fannie und Freddie gesucht

sp New York – Zehn Jahre nach Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Zukunft der damals in Schieflage geratenen und seit 2008 verstaatlichten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac immer noch nicht geklärt. Jetzt will der US-Kongress laut US-Medienberichten einen neuen Anlauf zur Reform starten. Statt der in den vergangenen Jahren mehrfach diskutierten Abwicklung oder Aufspaltung der beiden größten Hypothekenbanken, die gestützt auf staatliche Garantien insgesamt für Hypotheken im Umfang von mehr als 5 Bill. Dollar geradestehen, sollen Fannie und Freddie in ihrer bestehenden Struktur aus der staatlichen Kontrolle entlassen werden. Zuvor sollen allerdings die Voraussetzungen für mehr Wettbewerb im Geschäft von Fannie und Freddie geschaffen werden.Senator Bob Corker, ein Republikaner aus dem Bundesstaat Tennessee, und der Demokrat Mark Warner aus Virginia arbeiten laut US-Medien seit Monaten an einem Gesetzesentwurf, der den Markteinstieg für potenzielle Rivalen attraktiver machen soll. Zu den möglichen Konkurrenten, die Interesse angemeldet haben, gehört der Versicherer Arch Capital Group, der bereits Versicherungen gegen den Ausfall von Hypotheken anbietet. Fannie und Freddie kaufen Geschäftsbanken Hypotheken ab, bündeln sie und reichen die hypothekengestützten Wertpapiere mit staatlichen Garantien versehen an Investoren weiter.Um Arch Capital und andere Wettbewerber in den Markt zu locken, müssten sie ebenfalls Zugang zu staatlichen Garantien erhalten. Da lässt aufhorchen, dass Jeb Hensarling, republikanischer Abgeordneter aus Texas und Vorsitzender des Financial Services Committee im Repräsentantenhaus, Anfang Dezember erklärt hat, offen für staatliche Garantien bei bestimmten Hypothekenanleihen zu sein. Die Chancen für den Erfolg einer Initiative von Corker und Warner gelten dennoch als gering. Vor Jahren waren sie mit dem Vorstoß gescheitert, Fannie und Freddie ganz abzuschaffen. Kapitalpuffer wieder erlaubtBis die Zukunft der staatlichen Institute geklärt ist, überweisen sie üppige Dividenden nach Washington (siehe Grafik). Seit 2012 führen sie nicht nur fast alle Gewinne an die Staatskasse ab, sondern sollten bis zum nächsten Jahr auch ihre Kapitalpuffer abschmelzen. Am Donnerstag gaben die Federal Housing Finance Agency und das US-Finanzministerium indessen bekannt, dass Fannie und Freddie wieder einen Puffer von jeweils 3 Mrd. Dollar halten dürfen.