Santander entschädigt Banco-Popular-Kunden
Santander entschädigt Banco-Popular-Kunden
ths Madrid – Die spanische Großbank Santander will Kleinkunden von Banco Popular entschädigen, die bei der Abwicklung des einst sechstgrößten Geldinstituts des Landes Anfang Juni ihre Investitionen in Aktien der Bank verloren. Es geht in erster Linie um Kleinanleger, die gleichzeitig Kunden von Banco Popular sind, die sich vor einem Jahr an der umstrittenen Kapitalerhöhung um 2,5 Mrd. Euro des damals schon angeschlagenen Geldinstituts beteiligten. Die Mehrheit dieser Kleinanleger kann somit ihr Geld zurückerhalten. Santander machte keinen Hehl aus seinen Absichten. Es handele sich um “einen freiwilligen Schritt, um die Beziehung zu (den Kunden) zu stärken”, erklärte der von Santander eingesetzte Übergangsvorsitzende von Banco Popular, Rodrigo Echenique, gemäß einer Mitteilung.Am 6. Juni hatte die europäische Bankenabwicklungsbehörde SRB beschlossen, Banco Popular als erste Bank unter den neuen Regeln abzuwickeln. Die Aktien und die Mehrheit der Anleihen wurden entwertet und das Geldhaus dann für einen symbolischen Euro an Santander verkauft, allerdings mit all seinen belasteten Aktiva in Höhe von 37 Mrd. Euro, welche den Niedergang der Traditionsbank ausgelöst hatten. Seitdem machen zahlreiche Aktionäre und Bond-Halter gegen die Entscheidung mobil und bereiten Klagen vor.Santander hofft, mit dem Angebot die wertvollen Stammkunden von Banco Popular, die durch die Abwicklung Geld verloren, halten zu können, insbesondere mittelständische Unternehmen. So können Anleger der erwähnten Kapitalerhöhung von 2016, die bis zu 100 000 Euro investierten, 100 % zurückerhalten. Bis zu 500 000 Euro gibt es 75 % des Betrags und 50 % für höhere Anlagen. Die Berechtigten erhalten die Kompensation in Form einer Sonderanleihe von Santander mit einer jährlichen Festverzinsung von 1 %. Das Volumen dieser Neuemission beträgt 980 Mill. Euro. Berechtigt sind allein Personen, die heute noch Kunde der Bank sind.—– Wertberichtigt Seite 8