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Santander und Orcel erreichen keine Einigung über Entschädigung

ths - Santander und Andrea Orcel, der ehemalige Leiter des Investment Bankings von UBS, haben keine außergerichtliche Lösung im Streit über die geplatzte Verpflichtung des Italieners bei Spaniens größtem Bankhaus erreicht. Das bestätigten die...

Santander und Orcel erreichen keine Einigung über Entschädigung

ths – Santander und Andrea Orcel, der ehemalige Leiter des Investment Bankings von UBS, haben keine außergerichtliche Lösung im Streit über die geplatzte Verpflichtung des Italieners bei Spaniens größtem Bankhaus erreicht. Das bestätigten die Anwälte beider Seiten am Montag zum Ablauf der entsprechenden Frist vor einem Gericht in Madrid. Nun kommt es am 10. März zum Prozess, bei dem neben Orcel auch die Vorsitzenden von Santander und UBS, Ana Botín und Axel Weber, aussagen müssen.Der 57-jährige Italiener verlangt von den Spaniern eine Entschädigung von 112 Mill. Euro, da die Bank seine vereinbarte Verpflichtung als neuer CEO letztlich nicht umsetzte. Im September 2018 hatte Santander die Personalie verkündet. Orcel sollte José Antonio Alvarez als CEO ablösen und hinter Ana Botín die neue Nummer 2 der internationalen Großbank werden. Doch wenige Monate darauf, bevor der Italiener den neuen Job antreten konnte, nahm Santander von der Verpflichtung plötzlich Abstand. Nach Aussagen der Bank scheiterte der Chefwechsel an Orcels hohen Anforderungen bei der Vergütung. In Finanzkreisen weist man jedoch auf persönliche Gründe für die gescheiterte Personalie hin.Orcel begründet seine Forderung damit, dass seine Zukunft als Topbanker durch den Rückzieher der Spanier verbaut worden sei. Die Bank erklärt, dass es damals lediglich ein schriftliches Angebot, aber keinen rechtskräftigen Vertrag gegeben habe. Santander warf dem früheren Investmentbanker in einem Schreiben ans Gericht vor, in “moralisch und ethisch fragwürdiger Weise” gehandelt zu haben. So solle er Gespräche mit Botín heimlich aufgezeichnet haben.