WERTBERICHTIGT

Scharfer Gegenwind

Börsen-Zeitung, 16.4.2020 Das Urteil der Analysten von Standard & Poor's zu den US-Versicherern sieht ja angesichts der stark steigenden Corona-Opferzahlen recht positiv aus: Der Ausblick sowohl für Leben- als auch für Kranken- und...

Scharfer Gegenwind

Das Urteil der Analysten von Standard & Poor’s zu den US-Versicherern sieht ja angesichts der stark steigenden Corona-Opferzahlen recht positiv aus: Der Ausblick sowohl für Leben- als auch für Kranken- und Schaden/Unfallversicherer bleibt “stabil”. Aber wohlgemerkt – im Kern geht es bei dem Bericht vom 14. April um die Auswirkungen der Pandemie auf die Ergebnisse des ersten Quartals. Erst in zweiter Linie wird der Rest des Jahres betrachtet. Da hängt einfach alles davon ab, wie lange Covid 19 wüten wird, und vor allem, wie viele Opfer das Virus fordern wird. Je höher die Opferzahl umso mehr wird der Druck auf die Versicherer steigen, mehr Leistungen zu übernehmen – wie dies der US-Krankenversicherer United Health jetzt schon tut. Treffen wird es auch die Schadenversicherer, wenn die Betriebsschließungen über Wochen und Monate andauern und die Sicht sich durchsetzt, dass den wirtschaftlichen Schaden doch nicht nur der Staat tragen dürfe. Erste Ansätze in einzelnen Bundesstaaten, die Pandemieausschlüsse rückwirkend aufzuheben, gibt es schon. Den US-Versicherern droht ein scharfer Gegenwind.tl