"Sinn macht es nur, wenn es eine Fusion ist"

Börsen-Zeitung, 29.2.2020 ski Frankfurt - Handgestoppte 62 Minuten brauchte Gerhard Grandke, um seinen einleitenden Vortrag auf der Jahrespressekonferenz des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT) zu halten. Und wer, wie die meisten...

"Sinn macht es nur, wenn es eine Fusion ist"

ski Frankfurt – Handgestoppte 62 Minuten brauchte Gerhard Grandke, um seinen einleitenden Vortrag auf der Jahrespressekonferenz des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT) zu halten. Und wer, wie die meisten Medienvertreter, auf Aussagen zum Thema DekaBank und Helaba beziehungsweise Sparkassen-Zentralinstitut gewartet hatte, wartete exakt 62 Minuten vergebens. Er habe nun alle relevanten Themen angesprochen, meinte der Geschäftsführende Präsident des Verbandes noch. Spaß muss sein.In der zweiten Halbzeit der Pressekonferenz gab es dann aber doch noch Antworten zum Thema Nummer 1. Breaking News waren nicht dabei, es ging eher um das Bekräftigen bekannter Positionen, aber eines hatte Grandke zuvor zumindest öffentlich noch nicht so klar ausgesprochen: “Sinn macht es nur, wenn es eine Fusion ist.” Also keine Kräftebündelung zwischen dem Wertpapierhaus der Sparkassen und Landesbank(en) über eine Holdingkonstruktion oder nur über eine intensive Zusammenarbeit. Damit ließen sich die Bankstrukturkosten nicht einhegen, doch nicht zuletzt das wäre ja der Zweck der Übung.Eine Kombination Deka/Helaba soll den Nukleus eines Zentralinstituts bilden. Dabei hat die öffentlich-rechtliche Gruppe aktuell eine große Chance, die sich zugleich als Problem erweist: Deka und Helaba “können, müssen aber nicht”, so Grandke. Beide Institute seien “nicht in einer wirtschaftlichen Notlage”. Das sei aber in der Historie in aller Regel die Voraussetzung für Fusionen auf der Ebene der Landesbanken gewesen.Der SGVHT will die Bemühungen um die aus seiner Sicht wirtschaftlich sinnvolle Schaffung eines Zentralinstituts konstruktiv begleiten und sich proaktiv einbringen, wie Grandke versicherte. Nun müsse aber erst einmal der Dachverband DSGV das von den Deka-Eignern geforderte konkrete “Zielbild” für dieses Institut liefern, was Grandke bis zur Sommerpause erwartet. Was keineswegs zum Zielbild gehören darf, weiß er schon: eine Sparkasse oder eine Wohnungsgesellschaft, wie sie sich heute unter dem Helaba-Dach finden. Indes dürfe sich ein Zentralinstitut des Marktführers auch nicht “verzwergen”, indem es sich von vornherein aus zu vielen Geschäften heraushalte.——DekaBank und Helaba haben ein Problem: Sie können, müssen aber nicht zusammengehen.——