Six registriert Riesenumsätze
Six registriert Riesenumsätze
dz Zürich – Die Schweizer Börsenbetreiberin Six verzeichnet dieser Tage absolute Rekordumsätze im Aktienhandel. Allein in den ersten elf Handelstagen des laufenden Monats registrierte die Handelsplattform einen Umsatz im Aktiensegment von 133 Mrd. sfr, wie Six am Dienstag auf Anfrage der Börsen-Zeitung bekannt gab. Damit dürfte der März zum absoluten Rekordmonat in der Geschichte des Unternehmens avancieren.Ausgehend von einer weiterhin überdurchschnittlichen, aber nicht mehr rekordhohen Handelsaktivität in den verbleibenden elf Handelstagen des Monats könnte sich der Monatsumsatz im Aktiengeschäft an der Swiss Exchange auf rund 200 Mrd. sfr erhöhen. Das wären etwa 50 % mehr als im Januar 2015, als die Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank am Tag der Entscheidung zu einem Einbruch des Schweizer Aktienmarktes um nahezu 9 % geführt hatte. Wachsender Marktanteil Die Corona-Panik bringe das Handelssystem aber nicht an seine Grenzen, betonte CEO Jos Dijsselhof bei einer Telefonkonferenz für Journalisten, an der das Unternehmen die Geschäftszahlen aus dem Vorjahr präsentierte. Die Aktienumsätze auf der Six-Plattform wären auch ohne die aktuellen Ereignisse deutlich höher als im Vorjahr ausgefallen. Denn die im Juli durch die EU-Kommission angeordnete Aussetzung der Äquivalenzanerkennung der Schweizer Börsenregulierung führte in Verbindung mit den Gegenmaßnahmen der Schweizer Regierung zu einer fast vollständigen Konsolidierung des Handels bei der Six. In der Folge ist der Marktanteil der Schweizer Börse im Handel mit den Aktien der 30 wertvollsten Schweizer Publikumsgesellschaften im vergangenen Jahr von 70 % auf fast 86 % gestiegen. Die daraus resultierenden Mehreinnahmen wurden allerdings für den Aufbau der Blockchain-basierten Digitalbörse SDX eingesetzt, die bis Ende des Jahres betriebsbereit sein soll.Die Geschäftszahlen von Six im Jahr 2019 sind mit jenen des Vorjahres direkt kaum mehr zu vergleichen, nachdem die Schweizer 2018 ihr Kartengeschäft an den französischen Partner Worldline weitergereicht und dafür eine Beteiligung von 27 % genommen haben. Das bereinigte Ergebnis zeigt bei einer Ertragszunahme einen kräftigen Gewinnanstieg um mehr als ein Viertel. Grund dafür ist der teilkonsolidierte Anteil am Worldline-Ergebnis von nahezu 70 Mill. sfr.Die nächste transformative Transaktion der Six steht noch bevor. Bis vor kurzem hoffte das Schweizer Management noch, die im November angekündigte Übernahme der spanischen Börse BME bis im Sommer abschließen zu können. Doch Dijsselhof glaubt inzwischen, dass sich der Termin aufgrund der aktuellen Krise verzögern könnte. Von einer möglichen Konkurrenzofferte durch Euronext wollte der Niederländer nichts wissen. Die Franzosen hatten unmittelbar nach der Ankündigung des Six-Gebotes die Aufnahme von Gesprächen mit den Spaniern bestätigt. Seither herrscht Schweigen in Paris.