Sondereffekte belasten Société Générale
Sondereffekte belasten Société Générale
wü Paris – Zahlreiche Sondereffekte haben die Ergebnisse von Société Générale einbrechen lassen. Dennoch hat sie im vierten Quartal des vergangenen Jahres besser abgeschnitten als befürchtet. So ging das Nettoergebnis in den letzten drei Monaten 2017 von 390 Mill. Euro auf 69 Mill. Euro zurück, während Analysten im Schnitt mit einem Verlust von 237 Mill. Euro gerechnet hatten. Das von 1,25 Mrd. Euro auf 830 Mill. Euro eingebrochene operative Ergebnis fiel ebenfalls besser aus als die erwarteten 489 Mill. Euro.Im Gesamtjahr ging das Nettoergebnis um 27,6 % zurück. Auch das war besser als erwartet. Entsprechend euphorisch reagierten Investoren, so dass die Société-Générale-Aktie am Donnerstag an der Börse von Paris mit einem Plus von bis zu 2,3 % einen der stärksten Kurssprünge innerhalb des CAC 40 verbuchte. Kosten für RestrukturierungBankchef Frédéric Oudéa sprach von einem intensiven, aber positiven Übergangsjahr. Société Générale wurde nämlich auch von Restrukturierungskosten für den Umbau ihres Filialnetzes in Frankreich und für die Digitalisierung belastet, die sich im vierten Quartal insgesamt auf 390 Mill. Euro beliefen. Hinzu kamen Rückstellungen über 416 Mill. Euro wegen der Steuerreformen in Frankreich und in den USA sowie zusätzliche Rücklagen über 200 Mill. Euro für Rechtsstreitigkeiten. Für eine Steuerkorrektur legte die Bank 145 Mill. Euro zurück und für ein vom Berufungsgericht Paris Ende Dezember bestätigtes Bußgeld für mehrere Banken im Zusammenhang mit Scheckgebühren mehr als 60 Mill. Euro.Société Générale bestätigte jetzt auch, dass der französische Fiskus den Steuernachlass in Frage stellen will, von dem sie im Zusammenhang mit den betrügerischen Geschäften von Ex-Trader Jérôme Kerviel 2009 und 2010 profitiert hatte. Kerviel hatte der Bank vor genau zehn Jahren einen Verlust von 4,9 Mrd. Euro eingebrockt, woraufhin ihr Steuernachlässe von fast 2,2 Mrd. Euro gewährt worden waren. Ein Berufungsgericht urteilte jedoch im September 2016, dass Kerviel nur teilweise für den Verlust verantwortlich sei, da die Kontrollsysteme der Bank lückenhaft gewesen seien.Sie werde gegen eine mögliche Steuernachzahlungsforderung vorgehen, erklärte Société Générale nun. Diese müsste durch eine entsprechende Benachrichtigung bestätigt werden, was noch nicht geschehen sei und ihren Prognosen zufolge erst in ein paar Jahren erfolgen dürfte. Deshalb hat die Bank noch keine entsprechenden Rückstellungen vorgenommen. Streitigkeiten in den USASie hofft auch, drei Rechtsstreitigkeiten in den USA in den nächsten Wochen oder Monaten beilegen zu können. Es gebe noch immer Unsicherheiten bezüglich der Höhen. Société Générale hat mit den neuen Rückstellungen insgesamt 2,32 Mrd. Euro für Rechtsstreitigkeiten zur Seite gelegt.Oudéa sagte auch, dass das vergangene Jahr angesichts des Niedrigzinsumfeldes im Privatkundengeschäft und der geringen Volatilität der Märkte nicht einfach gewesen sei. Die Erträge des französischen Privatkundengeschäfts sanken im vierten Quartal um 4,3 % auf 2,08 Mrd. Euro, das Nettoergebnis um 94,5 % auf 22 Mill. Euro. Die Welle an Neuverhandlungen über bestehende Kredite sei abgeschlossen, erklärte Finanzchef Philippe Heim. Dagegen stiegen die Erträge im internationalen Privatkundengeschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,9 % auf 2,1 Mrd. Euro, das Nettoergebnis um 8,2 % auf 474 Mill. Euro, was auch der Verbesserung der Lage in Russland zu verdanken ist. Einbußen im HandelsgeschäftDie Erlöse der Sparte Global Banking & Investor Solutions gingen um 4,9 % auf 2,12 Mrd. Euro zurück, und das Nettoergebnis brach um 14,8 % auf 368 Mill. Euro ein. Im Aktienhandel setzte Société Générale 1,6 % weniger um, im Bereich Fixed Income, Currencies & Commodities 6,5 %. Bankchef Oudéa äußerte sich für das laufende Jahr angesichts des sich verbessernden Umfelds zuversichtlich.