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Sparkassenchef Grandke macht`s noch mal

fir - Gerhard Grandke bleibt bis 2021 Geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT) - dem Vernehmen nach nach harten Diskussionen, zwar nicht im Verbandsvorstand, aber mit seiner Ehefrau. Der 63-Jährige, der...

Sparkassenchef Grandke macht`s noch mal

fir – Gerhard Grandke bleibt bis 2021 Geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT) – dem Vernehmen nach nach harten Diskussionen, zwar nicht im Verbandsvorstand, aber mit seiner Ehefrau. Der 63-Jährige, der der Dachorganisation der 49 hessischen und thüringischen Sparkassen seit März 2009 vorsteht, dehnt mit der Vertragsverlängerung seine Amtszeit um zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2021 aus, wie der SGVHT am Donnerstag mitteilte. Meister im “Kordeln”Der selbsterklärte Meister im “Kordeln”, wie Grandke sein zwischen Strippenziehen und Networking anzusiedelndes Tun beschreibt, hat es in dieser Disziplin weit gebracht. Ob als sozialdemokratischer Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Offenbach, die er – wie ihm zugutegehalten wird – in seiner zwölfjährigen Schaffenskraft ohne Rücksicht auf “Sozialromantik” aufgemöbelt und modernisiert hat, oder als einer von einem Dutzend Regionalfürsten in der dezentralen Sparkassenlandschaft: Vernetzungskünste, Instinkt, Sachverstand, Witz und ein einnehmendes Wesen, das nicht nur der Körpergröße von 2,01 Metern geschuldet ist, machen Grandke zu einer Persönlichkeit mit bundesweiter Strahlkraft. Dazu trug auch 2012 der Zugriff auf die gesunden Teile der zerschlagenen WestLB bei, deren Sparkassengeschäft unter dem Dach der mehrheitlich vom SGVHT gehaltenen Helaba weitergeführt wurde, sowie Grandkes Eigenschaft, die Dinge beim Namen zu nennen. Der Diplompädagoge ist schließlich auch bekannt dafür, klare Worte nicht nur bezüglich der im Sparkassenlager obligatorischen Reizthemen zu finden – seien es Einlagensicherung (Haftungsmasse hiesiger Sparer nicht für Griechenlands nächsten Zahlungstermin “verbraten”) oder Aufsicht (“mit dem gesamten Arsenal an staatlicher Regulierung traktiert”) – sondern mitunter auch in der eigenen Sippschaft Klartext zu reden. Den früheren Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, kanzelte er einst ab, als dieser Überlegungen über mögliche Fusionen von Landesbausparkassen anstellte, und verdeutlichte damit die Machtverhältnisse im Sparkassenlager. “Dem DSGV gehört gar nichts. Die Kisten gehören uns”, tat der Chef des Regionalverbandes öffentlich kund, um noch hinterherzuschieben, dass man jedoch Ideen gerne aufzunehmen bereit sei.