Sprung ins Dunkle
Sprung ins Dunkle
Die weltweit älteste und einst drittgrößte Bank Italiens, Monte dei Paschi di Siena (MPS), schrumpft zur Provinzbank. Der neue Geschäftsplan sieht die Schließung eines Drittels der insgesamt 2 000 Filialen vor. Damit verliert MPS ihren Status als flächendeckendes Kreditinstitut in Italien. Auch die Präsenz im Ausland wird verringert. Das Großkundengeschäft soll abgebaut, der Fokus auf das Kleinkundengeschäft und Privatkunden gelegt werden. MPS-Chef Marco Morelli sieht im laufenden Jahr noch einen erheblichen Verlust vor. Wenn alles gutgehe, so der Bankchef, werde 2021 ein Nettogewinn von 1,2 Mrd. Euro geschrieben. Doch sollten außergewöhnliche Ereignisse eintreten, etwa eine neuerliche Wirtschaftskrise, dann ist die Rettung der Bank erneut in Gefahr. Dann nützen auch die mühsam ausgearbeiteten Bedingungen für die Kapitalerhöhung und die Teilverstaatlichung nichts. Bislang hätten Mitarbeiter und vor allem Kunden Vertrauen in die Zukunft der Bank gezeigt, so Morelli. Dies kann sich ändern. Die Rettung von MPS ist ein Sprung ins Dunkle.tkb