Start von Xetra "ein Paukenschlag"

Stars: Handel liquider, schneller, transparenter und kostengünstiger geworden

Start von Xetra "ein Paukenschlag"

ck Frankfurt – Der Start von Xetra vor zwanzig Jahren “war in der Welt der Börsen ein Paukenschlag und für die Deutsche Börse ein Quantensprung”. Das sagte Hauke Stars, im Vorstand der Deutschen Börse für den Bereich Cash Market, Pre-IPO & Growth Financing zuständig, gestern anlässlich einer Feier im Handelssaal der Frankfurter Börse. “Xetra war eines der ersten vollelektronischen Handelssysteme für den Kassamarkt weltweit und hat der Deutsche Börse AG über Jahre die Technologieführerschaft unter den Börsenorganisationen gesichert, die uns bis heute auszeichnet.” Der Wertpapierhandel sei durch Xetra liquider, schneller, transparenter und kostengünstiger geworden. In Spitzenliga vorgedrungen”Der Start von Xetra war eine Revolution”, sagte Martin Reck, Managing Director Cash Market Development bei der Deutschen Börse, in einem Pressegespräch. Zur Einführung von Xetra hätten alle beteiligten Akteure die Kräfte gebündelt, das System sei bundesweit von Banken und Wertpapierhandelshäusern und von der Aufsicht gefördert worden. Mit Xetra sei der Finanzplatz Frankfurt in die Spitzenliga der internationalen Finanzplätze vorgedrungen. Xetra habe die Öffnung nach Europa, Professionalisierung der Marktteilnehmer und Straight Through Processing gebracht. “Die gesamte Prozesskette bis hin zur Verwahrung wurde vollelektronisch.”Zu den Zielen der Einführung von Xetra zählte vor dem Hintergrund des Europäischen Passes die Europäisierung des deutschen Börsenhandels, wie Frank Gerstenschläger, seinerzeit Xetra-Projektleiter der Deutschen Börse, erklärte. Zudem habe der Crash des Jahres 1987 eine Entkoppelung von Future- und Aktienhandel aufgezeigt, die nicht aufeinander abgestimmt gewesen seien, was bei der Anpassung von Portfolios Probleme bereitet habe. “Für einen Future- und Derivate-Handel wurde ein funktionierendes Underlying benötigt”, sagte Heinz-Jürgen Schäfer, vor zwanzig Jahren Leiter des Arbeitskreises Xetra. Das IBIS-System sei dazu nur eingeschränkt in der Lage gewesen. “Es ging nicht anders. Wir mussten einen vollelektronischen Underlying-Markt haben, um mit der DTB erfolgreich zu sein.”Auch für die hessische Börsenaufsicht bedeutete die Einführung von Xetra eine Herausforderung. “Wir kannten nur den amtlichen Kursmakler”, sagte Karsten Hiestermann, Leiter der Börsenaufsicht. Aus börsenrechtlicher Sicht habe sich damals die Frage gestellt: Wie geht es ohne den amtlichen Kursmakler? Das Börsengesetz habe “hinterhergeschrieben” werden müssen. Das habe auch für die Volatilitätsunterbrechung gegolten. Heute stehe sie als Vorschrift in der Mifid.Nach dem Eurex-Handel ist in diesem Jahr auch der Xetra-Handel auf die neue T 7-Technologie migriert. Die Standards, die Xetra gesetzt habe, seien aber noch gültig, sagte Reck. Durch die Migration habe sich diesbezüglich nicht viel verändert. Der nächste Schritt sei ein Release im Dezember, durch den Mifid-Compliance hergestellt werde. Die Migration des Präsenzhandels der Börse Frankfurt sei der nächste große Schritt. Derzeit arbeite die Deutsche Börse mit den Spezialisten zusammen, um zu überlegen, wie ein zukünftiges Spezialistenmodell auf T7 aussehen könnte. Reck zufolge wird die Umstellung des Präsenzhandels auf T7 später als ursprünglich geplant stattfinden. Die Migration werde nicht im nächsten Jahr erfolgen.