Stochern im Corona-Nebel
Stochern im Corona-Nebel
Das Coronavirus verändert weltweit die Spielregeln. Dies gilt auch für Bilanzpressekonferenzen. Es zeigt sich bereits bei Äußerlichkeiten – Händeschütteln ist out. Wesentlicher aber ist: Statt Fragen zur Bilanz im abgelaufenen Jahr und zur Prognose ist nur von Interesse, welche Folgen die Corona-Epidemie für das jeweilige Unternehmen hat. Dies ist rational, auch wenn es bisher – im Vergleich zur Gesamtbevölkerung – selbst in China wenig Erkrankte gibt. Denn die völlig berechtigten Präventivmaßnahmen stellen allerorten die Arbeitsabläufe derart auf den Kopf, dass die Folgen auch für die Wirtschaftsberichterstattung extrem relevant sind. Das Problem: Kein Manager weiß, was kommt. Die Lageeinschätzung in Europa ändert sich täglich. Damit laufen viele Bilanzpressekonferenzen ins Leere. Die Fragen treffen auf Manager, die die Folgen der Epidemie noch nicht einmal erraten können. Die Antworten sind daher, wie jüngst bei der Munich Re, gespickt von “aktuell” und “zurzeit”. Handeln unter Unsicherheit gehört zum Alltag von Vorständen. Doch in diesen Tagen stochern sie im Nebel. Wie alle. mic