Talanx wächst im Ausland
Talanx wächst im Ausland
Der Versicherungskonzern Talanx hat im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet, bleibt aber vorsichtig. Analysten trauen dem Mehrmarkenunternehmen 2017 mehr zu als das bestätigte Gewinnziel von rund 800 Mill. Euro.ste Hamburg – Der Versicherungskonzern Talanx hat sich laut Vorstandschef Herbert Haas im ersten Quartal eine “recht solide Ausgangsposition” verschafft, um das 2017 angestrebte Gewinnziel von rund 800 (i.V. 907) Mill. Euro zu erreichen. In einer Telefonkonferenz blieb Haas jedoch auf der konservativen Linie, indem er die bekräftigte Prognose als “realistisch” bezeichnete. Dabei übertraf das Ergebnis des ersten Quartals Erwartungen, und Analysten rechnen bereits mit einem höheren Jahresergebnis. Der Gewinn des drittgrößten deutschen Versicherungskonzerns kletterte in den ersten drei Monaten um 7,2 % auf 238 (222) Mill. Euro. Laut Analystenkonsens von 214 Mill. Euro war mit einem Gewinnrückgang gerechnet worden. Großschäden im BudgetDie Jahresziele 2017 basieren auf einem Großschadenbudget von 290 (300) Mill. Euro in der Erst- und 825 Mill. Euro in der Rückversicherung. Im Berichtsquartal verbuchte die Talanx zwar einen Anstieg der Großschadenbelastung auf 153 (123) Mill. Euro. Diese blieb aber im Rahmen des anteiligen Großschadenbudgets von 243 Mill. Euro. Größter Einzelschaden mit einer in der Rückversicherung verbuchten Belastung von 50 Mill. Euro war im März der Zyklon “Debbie” in Australien. Weil die Kostenquote im Vorjahresvergleich leicht sank, weist der Versicherungskonzern mit 96,3 % eine unveränderte kombinierte Schaden-Kosten-Quote in der Schaden-Erst- und Rückversicherung aus.Zudem geht man in Hannover von einem Anstieg der gebuchten Bruttoprämien in diesem Jahr von mehr als 1 % aus. In den ersten drei Monaten verbuchte der Talanx-Konzern ein Wachstum von 8,4 % auf 9,8 Mrd. Euro, das laut Vorstandschef Haas stärker ausfiel als erwartet. Dabei gab es Rückenwind durch günstige Währungseffekte: Wechselkursbereinigt liege die Beitragssteigerung bei 7,4 %, so der Versicherer. Wachstumstreiber war zum einen der Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International mit einem Zuwachs von 29,2 %. Dabei machte sich allerdings die Übernahme des italienischen Versicherers CBA Vita im vergangenen Jahr mit einem Bruttoprämienbeitrag von allein 148 Mill. Euro bemerkbar. Zum anderen trugen den Angaben zufolge die Schaden-Rückversicherung mit einer Steigerung von 12,5 % sowie die Industrieversicherung mit 4,3 % zum Prämienwachstum bei.Der Ergebnisbeitrag der sanierten Industrieversicherung erhöhte sich im Startquartal um 23 % auf 59 Mill. Euro. Finanzvorstand Immo Querner meinte, der geglückte Jahresstart in diesem Segment dürfe nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden. Im deutschen Privat- und Firmenversicherungsgeschäft, das der Konzern noch über mehrere Jahre restrukturiert, sank das Ergebnis um 35 % auf 19 Mill. Euro. Die Bruttoprämien blieben mit 1,9 Mrd. Euro unverändert. Ein Prämienzuwachs um 1,3 % im Schaden-/Unfallgeschäft glich den Prämienrückgang von 0,7 % in der Lebensparte aus. Mit einer Schaden-Kosten-Quote von 101,7 (103,8) % schrieb das Segment allerdings operativ weiterhin rote Zahlen. Ohne die Kosten des Modernisierungsprogramms “Kurs” läge die Quote mit 99,2 (101,6) % unter der Break-even-Schwelle von 100 %. Konzernchef Haas fügte hinzu, die positiven Effekte des Umbaus würden sich erst mittel- bis langfristig zeigen.Die Kapitalanlagerendite lag im ersten Quartal mit 3,5 % höher als die 3,0 %, mit denen Talanx im Gesamtjahr rechnet. Mit einer Solvency-II-Quote von 186 % fühlt sich der Versicherer im Wettbewerbsvergleich laut Finanzchef Querner “ausgesprochen wohl”.