Ubi Banca will Consob gegen Intesa Sanpaolo mobilisieren

Börsenaufsicht soll Übernahme verhindern

Ubi Banca will Consob gegen Intesa Sanpaolo mobilisieren

bl Mailand – Die italienische Ubi Banca hat die Börsenaufsicht Consob aufgefordert, die geplante Übernahme durch den Konkurrenten Intesa Sanpaolo zu verhindern. Zur Begründung wird angeführt, dass sich die finanzielle Situation des Instituts seit Bekanntgabe der Übernahmepläne am 18. Februar deutlich verschlechtert hat. Intesa Sanpaolo habe eine Übernahme an bestimmte finanzielle Voraussetzungen geknüpft. Börsenwerte eingebrochenDieses Argument wird normalerweise eher vom Übernehmer angeführt, wenn sich die Situation beim Übernahmeobjekt deutlich verändert und eine Offerte zurückgezogen werden soll. Intesa Sanpaolo hatte eine Übernahme für 4,9 Mrd. Euro auf dem Weg eines Aktientausches vorgeschlagen. Der Transaktionswert ist aber aufgrund der Einbrüche der Bankenaktien inzwischen deutlich gesunken. So hat etwa die Ubi-Aktie seit Mitte Februar um rund 40 % auf zuletzt etwa 2,38 Euro nachgegeben, Intesa-Sanpaolo-Papiere sind sogar um mehr als 43 % auf 1,41 Euro eingebrochen. Kein offizielles AngebotConsob hat mit der Prüfung des Vorhabens begonnen, aber noch kein Urteil gefällt, weil das Angebot offiziell noch gar nicht vorliegt. Das Ubi-Management und etliche der traditionellen Aktionäre betrachten die Offerte als feindlich. Das bedeutet auch, dass Gegenmaßnahmen eingeleitet werden dürften, um ein solches Vorhaben zu erschweren. Die Börsenaufsicht prüft unterdessen auch die Auswirkungen auf die Bankenlandschaft insgesamt und die Kartellbehörden untersuchen, ob Intesa Sanpaolo dadurch eine marktbeherrschende Stellung erwürbe. Intesa will kartellrechtliche Bedenken durch die Abgabe einiger hundert Filialen in der Po-Ebene an die Bank BPER ausräumen.