UBS kürzt Ermottis Bezüge wegen Rekordbuße in Frankreich
UBS kürzt Ermottis Bezüge wegen Rekordbuße in Frankreich
Reuters – Die Niederlage der UBS vor einem französischen Gericht kommt Konzernchef Sergio Ermotti auch persönlich teuer zu stehen. Die Schweizer Großbank kürzte seine Gesamtvergütung auf 12,5 Mill. sfr von 14,1 Mill. sfr im Vorjahr, wie dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht zu entnehmen ist. Die UBS begründet den Schritt mit der in erster Instanz gegen das Institut verhängten Rekordbuße im Steuerverfahren in Frankreich, der enttäuschenden Aktienkursentwicklung und der niedrigeren Eigenkapitalrendite. “Wir erhielten Rückmeldungen, die eine stärkere Abstimmung auf die Aktionärsinteressen forderten, und wir haben dieses Feedback ernst genommen”, erklärte die Vorsitzende des Kompensations-Komitees, Julie Richardson. Die Generalversammlung im vergangenen Mai hatte der Konzernleitung und dem Verwaltungsrat wegen des Rechtsstreits in Frankreich die Entlastung verweigert.Die Gesamtvergütung der 13-köpfigen Geschäftsleitung stieg den Angaben zufolge um 1,3 Mill. sfr auf 102,1 Mill. sfr, weil ausgeschiedene Manager arbeitsvertragliche Zahlungen erhielten. Rechnet man auch eine Sonderzahlung von gut 8 Mill. sfr an Hoffnungsträger Iqbal Khan ein, den die UBS vom Rivalen Credit Suisse abgeworben hat, schüttete die Bank an ihre Top-Manager gar 110,2 Mill. sfr aus. Der konzernweite Bonus-Pool ging dagegen um 14 % auf 2,7 Mrd. Dollar zurück.Ermottis Vergütung für 2019 setzte sich aus 2,8 Mill. sfr. Grundgehalt und einem Bonus von 9,7 Mill. sfr zusammen. Der Rückgang spiegelt die Geschäftsentwicklung wider: Niedrige Zinsen und Preisdruck hatten den Gewinn der UBS im vergangenen Jahr um 5 % auf 4,3 Mrd. Dollar gedrückt.