Umweltbank bleibt auf Expansionskurs
Umweltbank bleibt auf Expansionskurs
mic Nürnberg – Die Umweltbank bleibt auf dem Gaspedal: Das Nürnberger Institut will das Geschäftsvolumen ausweiten und so das Zinsergebnis im laufenden Jahr konstant halten. Dies erklärte Vorstandssprecher Stefan Weber auf der Jahrespressekonferenz in Nürnberg: “Der Plan für 2018 ist es, das Bruttoneukreditvolumen deutlich zu steigern.” Die Umweltbank werde ihr Produktportfolio um neue nachhaltige Fonds, fondsgebundene Versicherungen und einen ökologischen Verbraucherkredit erweitern, kündigte sein Vorstandskollege Jürgen Koppmann an. Die Bank, die im Schnitt des vergangenen Jahres 149 Personen beschäftigte, werde daher weiteres Personal einstellen. Eine Aufstockung um mindestens zehn Beschäftigte pro Jahr werde die Regel sein. 40 Mill. NachrangkapitalDas notwendige Kapital zur Unterlegung der Expansion möchten sich die Nürnberger über eine Nachranganleihe im Volumen bis zu 40 Mill. Euro beschaffen, nachdem 2016/2017 bereits Schuldverschreibungen im Nennwert von 26 Mill. Euro ausgegeben worden waren. Knapp die Hälfte der geplanten Emission soll Genussrechtsinhabern zum Tausch angeboten werden, weil deren Papiere bisher nicht auf das Eigenkapital angerechnet werden können. Weber verspricht sich von der Konzentration auf das Tier-2-Kapital einen Leverage-Effekt für die Aktionäre. Darüber hinaus soll die gesamte Eigenkapitalquote über das Niveau von 12,5 % per Ende 2017 steigen. Anfang 2019 liege die vorgeschriebene Mindestquote für die Umweltbank bei 12,0 %, sagte Weber.Zusätzlichen Rückenwind soll der Umweltbank eine Imagekorrektur verschaffen. Mit der Erneuerung der Website wendet sich das Institut gezielt auch an jüngeres Publikum. Man werde im Außenauftritt jünger und wolle mehr Kunden gewinnen, sagte Weber: “Die Umweltbank muss und will bekannter werden.” Mit einem Generationswechsel erklärte er auch den schlechten Kursverlauf der Aktie im vergangenen Jahr. Sie verlor gut 18 % ihres Wertes. Viele treue Aktionäre seien älter geworden und hätten sich nun angesichts der zuvor stark gestiegenen Notierung von den Anteilen getrennt, meinte Weber. Zinsüberschuss unter DruckMit der geschäftlichen Expansion im vergangenen Jahr zeigte Weber sich zufrieden: “Wie jedes Jahr sind wir auch 2017 dynamisch gewachsen.” Das Geschäftsvolumen stieg um 10 % auf 3,8 Mrd. Euro. Dabei bediente sich das Institut erneut bei Refinanzierungsmitteln der Deutschen Bundesbank, die als Lohn für eine intensive Kreditvergabe mit günstigen Konditionen angeboten werden (GLRG-II): Nach 200 Mill. Euro im Jahr 2016 zog die Umweltbank weitere 100 Mill. Euro. Dies habe man getan, “um die Niedrigzinsphase besser zu überstehen und dem Herrn Draghi ein Schnippchen zu schlagen”, sagte Weber mit Blick auf den Chef der Europäischen Zentralbank.Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung wird dennoch von Einbußen dominiert. Sowohl Zins- als auch Provisionsüberschuss sanken bei steigenden Verwaltungskosten (siehe Tabelle), so dass das Ergebnis vor Steuern um 13 % auf 46 Mill. Euro schrumpfte. Das Management reduzierte aber zugleich die Einstellung in die Rücklagen (gemäß § 340g HGB) so stark, dass der Überschuss dennoch um 3 % auf 16,7 Mill. Euro stieg.Damit dürfte die Voraussetzung für eine erneut angehobene Dividende geschaffen worden sein. Wie im Vorjahr sollen die Anteilseigner (84,5 % Streubesitz) die Ausschüttung auf Wunsch auch als Aktiendividende erhalten können. Die steigenden Investments in Immobilien, Windparks und künftig auch Solaranlagen, die die Umweltbank besitzt, halten Koppmann und Weber für weitgehend risikolos.