Understatement der Allianz
Understatement der Allianz
Ein erfrischender Wintertag in München, die Sonne strahlt vom morgendlich blauen Himmel herab. Und wie fasst Allianz-Vorstandsvorsitzender Oliver Bäte dies zusammen? “Wir haben heute auch wieder ein ordentliches Wetter”, sagt er zu Beginn der Jahrespressekonferenz. Mehr Understatement geht kaum. Mit ähnlichem Tonfall führt das Management durch das Zahlenwerk, das nur so gespickt ist von Rekorden. Dass die Aktionäre sich über eine Aktienkurssteigerung von 30 % inklusive reinvestierter Dividende freuen können, geht in dem Vortrag als Randbemerkung fast unter. Kein Wort davon, dass das Plus im laufenden Jahr schon weitere 6 % beträgt. Sogar der Nettogewinn erreicht nun das Niveau 2007 – also jenes Jahres, als die Finanzkrise die deutsche Finanzindustrie wie ein Blitz traf und teilweise bis heute lähmte. Die Allianz hat ihren Weg gefunden, doch am Ziel ist sie noch lange nicht. Der Zinsrutsch 2019 sorgt für weiterhin sinkende Kapitalerträge. Das Management muss dies durch steigende Gewinne aus dem Versicherungsgeschäft überkompensieren. Strukturelle Änderungen sind unausweichlich. mic