Unicredit überrascht positiv

Quartalsergebnisse übertreffen Erwartungen - Mehr Provisionen - Personalabbau kommt voran

Unicredit überrascht positiv

Die italienische Großbank Unicredit hat im ersten Quartal deutlich besser als erwartet abgeschlossen. Die Provisionseinnahmen legten zu und die Rückstellungen für faule Kredite gingen leicht zurück.tkb Mailand – Die Quartalsergebnisse der HVB-Mutter Unicredit haben mit einem Nettogewinn von 907 Mill. Euro nicht nur die Analystenerwartungen von 612 Mill. Euro übertroffen. Sie lagen auch um 41 % über dem Vorjahresvergleich. Im Schlussquartal des vergangenen Jahres schrieb Unicredit infolge von Bilanzbereinigungen und Rückstellungen für faule Kredite einen Verlust von 352 Mill. Euro.Höhere Provisionsergebnisse und um 3 % gesunkene, operative Kosten waren für den Gewinnsprung zu Jahresbeginn verantwortlich. Auch sind die Rückstellungen für notleidende Kredite im Vorjahresvergleich von 760 Mill. auf 670 Mill. Euro gesunken. Zwar sind die Nettozinseinkünfte um 2,5 % auf 2,56 Mrd. Euro gesunken und haben damit ihren Negativtrend fortgesetzt. Doch plant Unicredit-Chef Jean Pierre Mustier die niedrigen Erträge aus dem Kreditgeschäft künftig durch weitere Gebühren- und Provisionserhöhungen aufzufangen. Auch die Gesamterträge lagen mit 4,83 Mrd. Euro nicht nur über dem Vorjahresvergleich, sondern auch über den Analystenerwartungen von 4,6 Mrd. Euro. Zeitweises JahreshochDie Unicredit-Aktien verzeichneten am Donnerstag an der Mailänder Börse mit zeitweise 16,96 Euro (+4,5 %) ein Jahreshoch. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Kapitalerhöhung um 13 Mrd. Euro, der höchsten in der italienischen Bankengeschichte, haben die Kurse der HVB-Mutter ab März um bis zu ein Fünftel zugelegt.In einer Telefonkonferenz bezeichnete Mustier die Ergebnisse des ersten Quartals als “vielversprechend”. Zum Gewinn hätten alle Geschäftsbereiche beigetragen, der Wachstumsmotor war jedoch die Corporate-&-Investment-Sparte mit einem um 19 % auf 364 Mill. Euro erhöhten Gewinn. “Wir ernten bereits die ersten Früchte unseres Geschäftsplanes”, meinte der französische Top-Banker und bestätigte die Absicht, die Zinserträge bis Jahresende auf 10,2 Mrd. Euro zu erhöhen und eine harte Kernkapitalquote (volle Basel-III-Umsetzung) von über 12 % zu Jahresende zu erreichen. Bis Ende 2019 soll der Gewinn auf 4,7 Mrd. Euro zulegen.Zu Berichten italienischer Medien, Unicredit habe vor mehr als einem Jahr die Pleitebank Banca Etruria übernehmen sollen, nahm der Bankchef keine Stellung. “Wir sprechen heute über Unicredit und nicht über Banca Etruria”, wies er bei der Telefonkonferenz mehrerer Analysten zurecht.Mustier betonte auch, dass er beim Kostenabbau vorankomme. Im ersten Quartal habe sich die Unicredit-Belegschaft um 1 900 Mitarbeiter verringert. Seit Ende 2015 betraf der Personalabbau 4 500 Beschäftigte, womit der Rationalisierungsplan bereits zu einem Drittel umgesetzt worden ist.