Volksbank profitiert vom Plattformgeschäft
Volksbank profitiert vom Plattformgeschäft
ski Frankfurt – Nach zwei Fusionen innerhalb von zwei Jahren, zuletzt mit der Volksbank Untere Saar aus Losheim am See, sieht sich die Vereinigte Volksbank (VVB) mit Sitz in Saarlouis in einer Größenordnung, die ihr die weitere Selbständigkeit garantiert und eine gute Basis darstellt, um künftige Herausforderungen bewältigen zu können. Mit einer Bilanzsumme von 2,6 Mrd. Euro, einem betreuten Kundenvolumen von 5,8 Mrd. Euro, 175 000 Kunden, 72 500 Mitgliedern und 510 Mitarbeitern an 65 Standorten (41 davon personenbesetzt) dürfte das Institut jetzt etwa zu den Top 70 der rund 840 Genossenschaftsbanken gehören. Weitere Fusionsgespräche würden aktuell nicht geführt.Mit dem Geschäftsjahr 2019 zeigen sich der Vorstandsvorsitzende Mathias Beers und sein Stellvertreter Edgar Soester nicht zuletzt wegen des um 200 Mill. Euro erhöhten Kundenvolumens “sehr zufrieden”. Das Betriebsergebnis vor Bewertung stieg um 3 % auf 26,5 Mill. Euro oder 1,03 % der Durchschnittsbilanzsumme. Zwar reichte der Anstieg des Provisionsüberschusses nicht, den Rückgang des Zinsergebnisses voll zu kompensieren, doch konnten die Kosten gedrückt werden. Die VVB geht davon aus, dass der Zinsüberschuss in den nächsten Jahren weiter sinken werde. Auch die letzten noch etwas höherverzinslichen Kredite und Anlagen würden fällig und könnten nur durch Anschlussgeschäfte zu Minizinsen ersetzt werden. Also müsse man das Provisionsgeschäft weiter forcieren und das Kostenmanagement noch stärker in den Fokus nehmen. Das auf hohem Niveau liegende Betriebsergebnis werde aber “gut auskömmlich” bleiben.Zu einer “echten Erfolgsgeschichte” entwickele sich das Plattformgeschäft. Seit Juli 2019 bietet die VVB Baufinanzierungen auch via Interhyp oder Genopace an (aber nicht über Check24). Statt für 2019 geplanter 5 Mill. Euro wurde es die doppelte Summe, und in den ersten sechs Wochen dieses Jahres kam schon ein Neugeschäft von 3 Mill. Euro hinzu. Negativzins für FirmenkundenFirmenkunden berechnet die Bank seit Januar für Einlagen einen Negativzins von 0,5 % bei einer Freigrenze von 500 000 Euro. Privatkunden werden insoweit “noch nicht” zur Kasse gebeten. Ob sich dies bei weiter sinkenden Zinsergebnissen durchhalten lasse, bleibe abzuwarten. Neu ist ein “Partnermodell”, in dem die Kunden abhängig von der Intensität der Zusammenarbeit mit der Bank und den Verbundpartnern den Preis für die Kontoführung selbst “spürbar beeinflussen können”.Beers geht Mitte des Jahres, dann 63-jährig, in den Ruhestand, Soester (54) rückt an die Vorstandsspitze.