Vontobel enttäuscht die Aktionäre
Vontobel enttäuscht die Aktionäre
kb Frankfurt – Das Halbjahresergebnis der Schweizer Privatbank Vontobel hat die Anleger enttäuscht. Mit einem Kursminus von 3,3 % auf 69,35 sfr gehörte der Vermögensverwalter zu den größten Verlierern an der Schweizer Börse am Dienstagvormittag. Der Gewinn ist im ersten Halbjahr wegen um 46 % höherer Steuern und Restrukturierungskosten leicht auf 129,2 (131,1) Mill. sfr gesunken. Vontobel, nach eigenen Angaben einer der größten Assetmanager in der Schweiz, sammelte bei den Kunden netto 7,4 Mrd. sfr an neuen Geldern ein. Dies entspreche einem Neugeldwachstum von 7,5 % und liege über der Zielspanne von 4 bis 6 %, erklärt die Bank. Wachstumstreiber sei erneut das Assetmanagement gewesen, doch dort sank die Bruttomarge auf 42 (44) Basispunkte (BP). Im Wealth Management stieg die Bruttomarge auf 75 (74) BP, die Erträge nahmen um 2 % zu. Die betreuten Kundenvermögen, die Ende März wegen des Einbruchs der Märkte in der Coronakrise noch deutlich unter dem Stand zu Jahresbeginn lagen, erholten sich im weiteren Verlauf des ersten Halbjahres, wie Vontobel mitteilt. Mit 218,6 Mrd. sfr lagen sie zur Jahresmitte aber noch unter dem Stand vom Jahresanfang von 226,1 Mrd. sfr.Vontobel, die im Dezember aus dem Brokerage-Geschäft ausgestiegen ist, hält an ihren Zielen fest und will trotz des im Zuge von Corona allgemein verschlechterten Umfelds auch künftig ein jährliches Netto-Neugeldwachstum von 4 bis 6 % erreichen. Unverändert soll in jedem Jahr eine Rendite von mindestens 14 % auf das Eigenkapital erwirtschaftet werden. Am Ende des ersten Halbjahres waren es 13,4 %.