W&W fährt wegen Corona auf Sicht

Finanzdienstleister hält vorerst an Zielkorridor für Jahresergebnis fest

W&W fährt wegen Corona auf Sicht

spe Stuttgart – Der Finanzdienstleister Wüstenrot & Württembergische (W&W) in Ludwigsburg hält zwar grundsätzlich an seinem mittel- und langfristigen Ergebniskorridor von 220 bis 250 Mill. Euro fest. Aufgrund der Unsicherheiten, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, verzichtet der Konzern aber auf eine Prognose für das laufende Jahr. “Wir steuern auf Sicht, und zwar auf HGB-Basis”, sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Junker bei der Bekanntgabe der Jahreszahlen 2019. Sollte die Krise aber deutlich länger anhalten, sei für 2020 mit einem Ergebnisrückgang auf unter 220 Mill. Euro zu rechnen. Inwieweit neue Kreditrisiken entstünden, hänge stark von den weiteren Maßnahmen gegen die Pandemie ab, sagte Bernd Hertweck, Vorstand der Wüstenrot Bausparkasse.Nachdem die Bundesregierung einen mindestens dreimonatigen Zahlungsaufschub bei Darlehensverträgen beschlossen habe, würden sich lediglich die Darlehensverträge entsprechend verlängern. “Damit kommen wir gut zurecht”, sagte Hertweck auch mit Blick auf eine konservative Bewertungspolitik. Für das vergangene Jahr hat W&W ihr selbst gestecktes Ergebnisziel innerhalb des genannten Zielkorridors klar erreicht. So kletterte das Konzernjahresergebnis um 16 % auf 249,1 Mill. Euro, das Junker insbesondere auf ein sehr gutes versicherungstechnisches Ergebnis zurückführte, bei dem sich auch die vorsichtige Risikopolitik von W & W ausgezahlt habe. Weiter nannte der Vorstandschef die fortgesetzte Kostendisziplin, die sich in einem moderaten Anstieg der Verwaltungsaufwendungen niederschlug. Darüber hinaus konnte der Konzern von einem deutlich verbesserten Finanzergebnis profitieren, in dem sich einmalige Bewertungseffekte über 40 Mill. Euro niederschlugen.Größter Ertragsbringer war 2019 das Segment Schaden-/Unfallversicherung, das 143,6 Mill. Euro (Vorjahr: 131,4) zum Konzernüberschuss beisteuerte. Dagegen reduzierte sich der Anteil des Segments Wohnen, das das Bauspargeschäft und die Baufinanzierung umfasst, auf 38,3 (59,1) Mill. Euro. Das Netto-Bausparneugeschäft stagnierte 2019 bei rund 11,2 Mrd. Euro.Angesichts der Ausgangsbeschränkungen durch die Coronakrise wird W&W ihre Hauptversammlung am 19. Mai verschieben. An einer Dividendenausschüttung in Vorjahreshöhe von 65 Eurocent je Aktie wolle man aber festhalten. Großaktionär ist die Wüstenrot-Stiftung, die über zwei Holdings 66,3 % der Aktien hält.