Wo weniger mehr wäre
Wo weniger mehr wäre
Jörg Zeuner zur Inflation, Zeuner zum Geschäftsklima, zum BIP-Wachstum, zum Arbeitsmarkt, zum Jahrestag irgendeines europäischen Vertrages. Zeuner kommentiert die monetäre Entwicklung im Euroraum und – immer schön stramm auf Draghi-Kurs – die Geldpolitik der EZB. Der Chefvolkswirt der KfW ist zweifellos besonders mitteilungsfreudig, um es mal vorsichtig zu sagen. Und nun noch Zeuner zum voranschreitenden “Rückbau der Bankfilialen in Deutschland”. Am heiligen Sonntag erschreckte er jetzt die Öffentlichkeit mit Zahlen zum Filialsterben in der Kreditwirtschaft, die jeder, den es interessiert, längst etwa den Statistiken der Bundesbank oder, noch einfacher, den darüber berichtenden Zeitungen entnehmen konnte. Und mit Neuigkeiten wie dieser: “Ein wesentlicher Treiber der Entwicklung ist die Digitalisierung, die den Bankenmarkt voll erfasst hat.” Oder wie dieser: Der Trend zur Konsolidierung dürfte sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Erkenntnisgewinn? Null. Auch für Chefvolkswirte gilt: Si tacuisses … Oder: Weniger kann zuweilen wirklich mehr sein.ski