PERSONEN

Wolfgang Matis

sto - Wolfgang Matis, lange Jahre in Führungspositionen im Investment Banking der Deutschen Bank und zum Schluss Chef der Fondstochter DWS, ist bereits vor einer Woche im Alter von 60 Jahren verstorben. Er war 2014 nach 37 Berufsjahren...

Wolfgang Matis

sto – Wolfgang Matis, lange Jahre in Führungspositionen im Investment Banking der Deutschen Bank und zum Schluss Chef der Fondstochter DWS, ist bereits vor einer Woche im Alter von 60 Jahren verstorben. Er war 2014 nach 37 Berufsjahren ausschließlich im Dienste der Deutschen Bank ausgeschieden. Er hinterlässt seine Ehefrau und seine zwei Töchter.Matis hatte 1977 beim Institut angefangen. Zuvor hatte er die Frankfurt Business School mit dem Master of Finance abgeschlossen. Matis arbeitete zunächst im Aktien- und Fixed-Income-Handel. 1987 wurde er Leiter des Eurobond-Handels, 1991 des Rentenhandels in Deutschland. 1995 übernahm er die Leitung des europäischen Anleihegeschäfts, 1999 wurde er Head of Global Fixed Income.Der Leiter Global Markets Deutschland und Mitglied des Global Markets Executive Committee wollte eigentlich Ende 2010 nach 33 Jahren bei der Deutschen Bank in den Ruhestand wechseln. Dann allerdings gab der damalige Sprecher der Geschäftsführung der DWS Investments, der bekannte Fondsmanager Klaus Kaldemorgen, seinen Posten aus familiären Gründen ab. Daraufhin ließ sich Matis noch einmal überzeugen, seinen Ruhestand ein wenig zu verschieben.Mit seinem Amtsantritt bei der DWS wurden die weltweiten Zuständigkeiten, die zuvor nach Bereichen gegliedert ohne Primus inter Pares aufgeteilt waren, neu aufgestellt. Matis wurde auch Global Chief Executive Officer der DWS. Im Juli 2014 schied er, schon gesundheitlich angeschlagen, endgültig bei der Deutschen Bank aus und zog sich ganz ins Familienleben zurück.Damals sah es so aus, als hätte die Vermögensverwaltung nach mehreren Strategievolten ihr endgültiges Zielbild in einer konzentrierten Einheit mit dem Wealth Management gefunden. Nunmehr ist diese Betreuung der Superreichen wieder abgetrennt worden und ins Privatkundengeschäft gewandert. Ein Teilverkauf des Assetmanagements ist wieder auf der Agenda, dieses Mal in Form eines Teil-Börsengangs. Der ramponierte Ruf der Deutschen Bank durch die zahllosen Rechtsverstöße, an denen insbesondere das Investment Banking einen großen Anteil trug, stimme ihn traurig, hatte Matis noch im November 2016 anlässlich seines 60. Geburtstags der Börsen-Zeitung gesagt.