Zehn Standorte wetteifern um EU-Bankenaufsicht
Zehn Standorte wetteifern um EU-Bankenaufsicht
fed Frankfurt – Frankfurt hat im Standortpoker um den künftigen Sitz der EU-Bankenaufsichtsbehörde (EBA) reichlich Konkurrenz. Obwohl der Bewerbungsschluss erst Ende Juli ist, haben nach Informationen der Börsen-Zeitung neben Deutschland (für Frankfurt) bereits neun andere EU-Mitgliedstaaten den Finger gehoben. Dazu zählen unter anderem Luxemburg (für Luxemburg), Tschechien (für Prag) und Österreich (für Wien).Wer noch ins Rennen um die bislang in London beheimatete Bankenaufsichtsbehörde eingestiegen ist, die wegen des bevorstehenden Brexit umgesiedelt werden soll, wird zwar noch vertraulich behandelt. Es gilt jedoch aufgrund früherer Ankündigungen als wahrscheinlich, dass auch Frankreich (für Paris) und Irland (für Dublin) zum Kreis der Kandidaten gehören. Italien und Spanien indes werden sich allem Anschein nach nicht mit einer Bewerbung für die EBA beteiligen – vielleicht ja auch, um ihre Chancen zu erhöhen, die ebenfalls bislang in London residierende EU-Arzneimittelbehörde nach Mailand oder nach Barcelona lotsen zu können. Das Auswahlverfahren sieht vor, dass zunächst über den künftigen Standort der Arzneimittelbehörde und anschließend über den Zuschlag für den Standort der EU-Bankenaufsichtsbehörde entschieden werden soll – und zwar möglichst im Einvernehmen. Bei der Arzneiagentur sind knapp 900 Männer und Frauen beschäftigt, bei der EBA 189. Deshalb ist es nicht überraschend, dass die Zahl der Bewerber für die Pharmaagentur mit 18 noch über den EBA-Kandidaten liegt.