Zinsüberschuss explodiert
Zinsüberschuss explodiert
Beflügelt durch einen hochgeschnellten Zinsüberschuss hat die DKB 2018 operativ einen Rekordgewinn erzielt. Dieses Ergebnis will Bankchef Unterlandstättner im laufenden Turnus wiederholen. Nicht wiederholbar wird dagegen der Verzicht auf eine Gewinnausschüttung an die Mutter BayernLB sein.ge Berlin – Die DKB Deutsche Kreditbank hat im vergangenen Jahr “das beste Ergebnis jemals” erwirtschaftet, schwärmt Stefan Unterlandstättner – wobei der Vorstandschef allerdings den 2016er Sondererlös durch den Verkauf der Visa-Europe-Anteile herausgerechnet hat. Zugleich ist der Bankverantwortliche überzeugt, das operative Rekordjahr im laufenden Turnus wiederholen zu können, sagte er bei der Erläuterung der 2017er Zahlen. Nicht zu wiederholen dürfte freilich sein, dass die Mutter BayernLB auf die (oftmals Komplett-) Ausschüttung aus Berlin verzichtet, wie sie es 2017 getan hat. Begründet wird dies mit der Stärkung des aufsichtsrechtlichen Eigenkapitals der DKB, weshalb deren Gewinn vollständig der § 340 g-HGB-Reserve zu-geführt wurde. Die BayernLB kann sich diese Großzügigkeit leisten, hatte sie doch 2017 dank eines Steuerertrags unter dem Strich mehr verdient. Erstmals seit 2008 erhalten auch die Eigentümer – der Freistaat Bayern und die lokalen Sparkassen – wieder eine Dividende.Ursache für das Berliner Rekordergebnis ist das laut Unterlandstättner “exorbitante” Plus beim Zinsüberschuss. Dieser ist gegen den Trend im Niedrigzinsumfeld nicht nur gestiegen, sondern schoss sogar um satte 18 % nach oben. Als Erklärung nennt der Bankchef das Auslaufen hochverzinslicher Swaps, die nicht mehr benötigt wurden. Jenseits dieses Sondereffekts hat die DKB aber auch ihr Alltagsgeschäft ausgebaut. Im Privatkundengeschäft hat die zweitgrößte Direktbank hierzulande (nach der ING-DiBa) die Zahl ihrer Kunden um (netto) rund 200 000 auf 3,7 Millionen hochgedreht. Bis zum Jahresende will Unterlandstättner die Schwelle von vier Millionen Kunden geknackt haben. Mit 2,7 Millionen geführten Girokonten sei die BayernLB-Tochter unverändert Marktführerin – wobei auch hier ein Plus von etwa 200 000 Konten zu verzeichnen war. Zweite “grüne Anleihe” . . . Im Firmenkundengeschäft profitierte die einst aus der Staatsbank der DDR entwachsene DKB von sechs neuen Standorten in Westdeutschland. Dank der engeren Kundennähe habe die Bank fast 3 Mrd. Euro an neuem Geschäftsvolumen gewonnen, listet der Vorstandschef auf. Die Bank konzentriert sich seit langem auf die heimische Wohnungs- und Gesundheitswirtschaft, die Erneuerbare-Energien-Branche, den Bildungssektor und Landwirtschaft. Auf diese Sparten entfällt der Großteil des Aktivgeschäfts, das in toto 83 % der Bilanzsumme umfasst. Um Wind- und Solarparks finanzieren zu können hatte die DKB 2017 eine zweite, abermals 500 Mill. Euro schwere grüne Anleihe platziert. . . . und erster “Social Bond”Um darüber hinaus soziale Projekte in den Bereichen Wohnen, Gesundheit und Bildung zu finanzieren plant der Vorstand für das zweite Halbjahr die Begebung eines “Social Bond”. Auch diese Anleihe soll ein Volumen von 500 Mill. Euro haben. Unterlandstättner verspricht, dass die erhofften Refinanzierungsvorteile “1 zu 1” an die Kreditnehmer weitergegeben werden. Nach seinem Wissen werde die DKB damit “die erste und einzige Geschäftsbank, die sowohl grüne als auch soziale Anleihen in Deutschland emittiert”.Mit einer intensiveren Zusammenarbeit mit Fintechs will der Vorstandschef die DKB “von einer Bank hin zum Technologiekonzern mit Banklizenz” wandeln, lautet das Ziel.