Zurich leckt erste Corona-Wunden

Pandemieschäden auf 750 Mill. Dollar geschätzt

Zurich leckt erste Corona-Wunden

dz Zürich – Zwei Tage nach der Allianz lässt auch die Zurich erkennen, wie tief Spuren der Corona-Pandemie im laufenden Geschäftsjahr noch gehen könnten. Aufgrund einer ersten Szenarioanalyse beziffert der Konzern die potenziellen Schadenersatzleistungen für staatlich verordnete Betriebsschließungen, Reiseannullierungen, Pflegeleistungen und andere Folgeerscheinungen der Pandemie im gesamten laufenden Jahr mit 750 Mill. Dollar.Effektiv erfasst wurden in den ersten drei Monaten Covid-19 bezogene Schäden von 280 Mill. Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mit der Veröffentlichung des Quartalsberichtes bekanntgab. Die geschätzte Schadensumme entspricht mehr als einem Sechstel des Jahresgewinns 2019 oder gut einem Viertel der für das zurückliegende Jahr ausgeschütteten Dividendensumme.Finanzchef George Quinn meinte zwar in einer Telefonkonferenz mit Journalisten, in einem schlechteren Jahr seien auch die Schadenlasten von Naturkatastrophen kaum geringer und erwähnte das Jahr 2017, in dem Wirbelstürme Harvey, Irma und Maria einen Gesamtschaden für die Zurich von 700 Mill. Dollar erzeugt hatten. Allerdings beginnt die Saison der tropischen Wirbelstürme erst in der zweiten Jahreshälfte.Getroffen wurde die Zurich aber auch in der Kapitalanlage. Die Solvenzquote hat sich in dieser Phase auch beim größten Schweizer Versicherer markant verschlechtert. Die mit Solvency II vergleichbare Swiss-Solvency-Quote (SST) lag Ende März noch bei 186 % – 12 Prozentpunkte tiefer als drei Monate zuvor (wobei die Berechnung allerdings von der Aufsicht gelockert wurde).Derweil verzeichnete der Konzern im Berichtszeitraum noch ein robustes, von Preiserhöhungen gestütztes Wachstum von 7 %. In den Lebenssparten war das Neugeschäft weltweit rückläufig. Die Aktien verloren in einem schwachen Gesamtmarkt 1,6 % auf 273 sfr und notieren über 30 % tiefer als zu Jahresbeginn.