US-Technologiekonzerne

Cloud-Boom treibt Gewinn von Google und Microsoft

Die US-Rivalen Microsoft und Alphabet haben beide im abgelaufenen Quartal vom Cloud-Boom profitiert. Allerdings hatten sich einige Analysten bei der Google-Mutter sogar noch mehr als die gezeigten 45% Wachstumsrate erhofft.

Cloud-Boom treibt Gewinn von Google und Microsoft

scd/dpa-afx Frankfurt

Alphabet und Microsoft profitieren weiter enorm von der beschleunigten Digitalisierung in der Corona-Pandemie. Im Ende September abgelaufenen Quartal ist der Umsatz der Google-Mutter im Jahresvergleich um 41% auf gut 65 Mrd. Dollar gestiegen. Der Gewinn sprang von 11,2 Mrd. auf 18,9 Mrd. Dollar, wie Alphabet nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Microsoft hat den Umsatz in der zurückliegenden Periode trotz florierender Cloud-Dienste zwar nur um 22% auf 45,3 Mrd. Dollar und damit etwas weniger stark gesteigert. Der weltgrößte Softwareanbieter bleibt aber noch profitabler als der weltgrößte Internetkonzern. Der Nettogewinn kletterte um fast die Hälfte auf 20,5 Mrd. Dollar.

Der überproportional starke Anstieg im Ergebnis bei Microsoft ist auch einer milliardenschweren Steuergutschrift geschuldet. Die Zahlen beider Unternehmen übertrafen die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten.

Mehr als 2 Billionen Dollar

Entsprechend sprangen die Kurse am Mittwoch nach oben. Die Microsoft-Aktie legte bis zum frühen Nachmittag in New York um 4,5% auf 324,19 Dollar zu. Der Börsenwert kletterte auf 2,43 Bill. Dollar. Damit ist der Windows-Konzern kurz davor, den langjährigen Rivalen Apple wieder als wertvollsten börsennotierten Konzern der Welt abzulösen. Der iPhone-Anbieter kam am Mittwochnachmittag auf 2,47 Bill. Dollar. Auch Alphabet hat die 2-Bill.-Dollar Marke im Blick. Ein Kurssprung um 6,1% auf 2962,87 Dollar katapultierte die Google-Mutter auf 1,97 Bill. Dollar. Bei Microsoft hat vor allem das Cloud-Geschäft mit der Azure-Plattform angezogen. Der Umsatzanstieg betrug hier rund 50%. Der Trend zum Homeoffice stützte aber auch die PC-Sparte, deren Erlöse um 12% zulegten. Neben dem Windows-Betriebssystem und den Surface-Rechnern zählen allerdings auch die Spielekonsolen der Xbox-Reihe zur PC-Sparte.

Privatsphäre-Push ohne Effekt

Bei Google steuerte erneut das Werbegeschäft mit 53,1 Mrd. Dollar den Löwenanteil der Erlöse bei. Kräftiges Wachstum brachte zuletzt die Videoplattform Youtube, deren Werbeerlöse von 5 Mrd. auf 7,2 Mrd. Dollar anzogen. Anders als Facebook sieht sich Google nur geringfügig von Apples Maßnahmen für mehr Privatsphäre auf dem iPhone betroffen. App-Anbieter müssen seit dem neuesten iPhone-Betriebssystem die Nutzer um Erlaubnis fragen, wenn sie ihre Aktivitäten quer über verschiedene Anwendungen und Dienste hinweg zu Werbezwecken verfolgen wollen. Laut Umfragen lehnen die meisten Nutzer das ab. Das stellt viele Geschäftsmodelle der Werbebranche in Frage. Facebook zufolge wurde es schwieriger, die Werbung zu personalisieren. Bei Google werden die Anzeigen hauptsächlich zu einzelnen Suchbegriffen geschaltet – hier haben Apples Einschränkungen keinen Effekt. Allerdings räumte der Konzern ein, dass zumindest bei Youtube Einschränkungen spürbar sind.

Das Geschäft mit Cloud-Diensten, bei denen Google die Lücke zu Amazon und Microsoft schließen will, wuchs um rund 45% auf knapp 5 Mrd. Dollar. Einige Analysten hatten sich hier jedoch noch mehr erhofft.

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