Barry Callebaut im Zeichen des Lockdowns
Barry Callebaut im Zeichen des Lockdowns
Donnerstag, 16.4.:Der Schweizer Schokoladenkonzern Barry Callebaut wird am kommenden Donnerstag über das Ergebnis im ersten Geschäftshalbjahr berichten. Dieses ging im Februar zu Ende und schließt damit die Zeit des großen Lockdowns in China mit ein. Asien und das Reich der Mitte stellen für den Weltmarktführer mit einem Anteil von rund 5 % am verkauften Gesamtvolumen von mehr als 2 Mill. Tonnen pro Jahr zwar nur einen kleinen Markt dar. Dennoch dürften die dortigen Erfahrungen des Konzerns mit der Coronakrise auf großes Investoreninteresse stoßen. Im ersten Quartal hatte Barry Callebaut das Volumen noch um mehr als 8 % gesteigert und war damit deutlich schneller vorangekommen als im zurückliegenden Geschäftsjahr, als es ein Plus von 5 % gab.Die Coronakrise dürfte den aktuellen Geschäftsverlauf derzeit erheblich bremsen, obschon Barry Callebaut ihre Produkte und Vorprodukte nicht direkt an die Konsumenten, sondern an Markenhersteller verkauft. Nach einer bedeutenden und großenteils schuldenfinanzierten Übernahme in Asien vor rund sieben Jahren hat das Unternehmen den Schuldenrückbau zügig vorangetrieben und vor zwei Jahren wieder Bonitätsnoten im Investment-Grade-Bereich erlangt. Auch in puncto Liquidität dürfte der Konzern gut ausgestattet sein, nachdem noch im November eine Kreditfazilität über 750 Mill. Euro bis 2023 verlängert werden konnte. Der Rückgang des Aktienkurses von 12 % seit Anfang des Jahres liegt im Durchschnitt der Schweizer Börse. Hauptaktionärin ist die Jacobs Holding, die ihren Anteil im November von 50 % auf 40 % reduziert hatte. dz