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Das Virus und die Folgen

BVR und DSGV halten (noch) an ihren geplanten Präsenzpressekonferenzen in Frankfurt fest

Das Virus und die Folgen

ski Frankfurt – Die beiden Marktführer des deutschen Kreditgewerbes ziehen Bilanz. Für Dienstag beziehungsweise Donnerstag haben die Verbände der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) und der Sparkassen (DSGV), die sich 30 Millionen respektive 50 Millionen Kunden zurechnen, zu ihren Jahrespressekonferenzen nach Frankfurt eingeladen. Ob sich BVR-Präsidentin Marija Kolak und ihre Vorstandskollegen sowie zwei Tage später DSGV-Präsident Helmut Schleweis und die Geschäftsführenden Vorstandsmitglieder aber mit den Journalisten tatsächlich physisch treffen werden? Wir würden nicht darauf wetten. Zurzeit werden Präsenzpressekonferenzen und zahllose andere Veranstaltungen, selbst solche mit überschaubaren Teilnehmerzahlen, unter Hinweis auf die Pandemie reihenweise abgesagt. Nur das Deutsche Aktieninstitut scheint den Schuss noch nicht gehört zu haben: “Eine Hauptversammlung ist kein Fußballspiel”, ließ der Verein gestern wissen.Derweil trauen sich gerade in Banken und Sparkassen viele kaum noch, anlässlich eines runden Geburtstags oder einer Beförderung wenigstens mal kurz bei Kaffee und Kuchen zusammenzustehen. Denn die Folge könnte sein, dass eine ganze Abteilung lahmgelegt wird. Das Robert Koch-Institut rät angesichts der Ausbreitung des Coronavirus schon von kleineren Veranstaltungen und sogar von Treffen im privaten Kreis ab.Am Donnerstag zumindest bestätigten BVR und DSGV auf Anfrage noch, es bleibe bei den Terminen und auch bei den Präsenzveranstaltungen. Der DSGV behielt sich allerdings ausdrücklich vor, die Lage am Montag neu zu bewerten und gegebenenfalls die Planung zu ändern – zumal es am Dienstag den ersten bestätigten Corona-Fall bei der DekaBank gab. Und im Wertpapierhaus der Sparkassen findet die Pressekonferenz des DSGV traditionell statt.Doch egal, ob Kolak und Schleweis nun in Präsenz- oder allein in Internet- oder Telefonkonferenzen mit den Medien in Kontakt treten: An Gesprächsstoff fehlt es gewiss nicht, und es bedarf keiner prophetischen Gaben vorauszusagen, dass das klar dominierende Thema “Corona und die Folgen” heißen wird. Die Trends des abgelaufenen Geschäftsjahres sind durch die Pressekonferenzen der jeweiligen Regionalverbände im Wesentlichen bekannt. Doch das ist Schnee von vorgestern. Heute leben wir in einer komplett neuen Welt – mit Folgen auch für die strategischen Überlegungen der beiden Verbünde.