FINANZMARKTKALENDER - NÄCHSTE WOCHE

Ganz geräuschlos

Der tiefe Wandel der DZ Bank kommt ohne Negativ-Schlagzeilen aus - DVB kippt Wasser in den Wein

Ganz geräuschlos

Von Silke Stoltenberg, FrankfurtBei der DZ Bank ist vieles im Umbruch, doch die bei anderen Banken damit zuweilen einhergehenden negativen Schlagzeilen gibt es nicht. Die weiterhin zu bewältigende Verschmelzung mit der WGZ Bank, die aus dem Zentralinstitut der Volks- und Raiffeisenbanken die zweitgrößte Bank Deutschlands machte, läuft zeitgerecht und geräuschlos, die IT-Migration schreitet voran. Die beiden Hypotheken-Töchter DG Hyp und WL Bank arbeiten derzeit an ihrem Fusionsvorhaben, das schon bis Mitte 2018 über die Bühne gehen soll. Bei den meisten Töchtern läuft es gut, nur die DVB Bank trübt das Gesamtbild. Insgesamt aber dürften die Zahlen für das erste Halbjahr, die die DZ Bank am kommenden Donnerstag vorlegen wird, die bisherigen Erwartungen erfüllen.Vorstandschef Wolfgang Kirsch hatte für das laufende Jahr die Prognose ausgegeben, ein Ergebnis am unteren Ende der als nachhaltig bezeichneten Gewinnspanne von 1,5 Mrd. bis 2 Mrd. Euro zu erreichen. 2016 hatte das Institut, auch getrieben durch positive Einmaleffekte des Zusammenschlusses mit der WGZ Bank, ein Ergebnis vor Steuern von 2,2 Mrd. Euro erwirtschaftet. Die bislang bekannten Rumpfdaten des Auftaktquartals 2017 hatten die Erwartungshaltung von Kirsch untermauert. Der Ergebnisrückgang von 559 auf 466 Mill. Euro lag aber immerhin über den Erwartungen. Operativ hatten die meisten Tochtergesellschaften den Jahresauftakt gut gemeistert.Dies setzte sich auch in den Frühjahrsmonaten fort, wie erste Indikationen bereits zeigten. Der Fondsanbieter Union Investment berichtete über glänzende Geschäfte und einen erneuten Rekord beim verwalteten Vermögen. Auch der Versicherer R+V meldete gestiegene Beitragseinnahmen, das dortige Umbauprogramm trägt Früchte. Die Lage bei der VR Leasing hellt sich weiter auf. Und bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall kann man von ordentlichen Ergebnissen ausgehen.Der Spezialfinanzierer DVB Bank hatte allerdings Ende Juni seine Prognosen für 2017 zurückgenommen. Angesichts der Krise in der Schifffahrt und im Offshore-Bereich sei weiterhin eine hohe Risikoentwicklung im Kreditportfolio zu erwarten, hieß es. Vorstandschef Ralf Bedranowsky hatte für 2017 eigentlich vorgehabt, einen erneuten Verlust wie 2016 zu vermeiden. Das dürfte eher schwierig werden. Auch die anderen Schiffsfinanzierer wie Nord/LB, HSH Nordbank, KfW Ipex-Bank und Commerzbank kämpfen mit einer deutlich steigenden Risikovorsorge. AufräumarbeitenDie DZ Bank hatte der DVB Bank zu Jahresbeginn bereits mit einer Kapitalaufstockung ausgeholfen und wird per Squeeze-out der anderen Aktionäre ihre Tochter enger an sich binden. Danach ist mit Aufräumarbeiten mit Blick auf die Problemgeschäftsfelder zu rechnen. Aber auch dieses Problem dürfte die DZ Bank vielleicht noch unter dem Ende 2018 scheidenden Kirsch in den Griff bekommen. Dann übernehmen Finanzvorstand Cornelius Riese und BVR-Präsident Uwe Fröhlich als Co-Chefs das Ruder. Damit geht der Generationswechsel bei der DZ Bank im Vorstand weiter. Auch der Aufsichtsrat verjüngt sich: Vorsitzender Helmut Gottschalk und Stellvertreter Werner Böhnke scheiden aus.