FINANZMARKTKALENDER

Innogy und RWE am Wendepunkt

Montag/Dienstag, 13./14.11.: Wenn Innogy und RWE am Montag und Dienstag ihre Neunmonatsbilanz vorlegen, werden Investoren nach vorne schauen. Für RWE-Chef Rolf Martin Schmitz und Innogy-Boss Peter Terium läuft derzeit zwar alles rund - aber das muss...

Innogy und RWE am Wendepunkt

Montag/Dienstag, 13./14.11.:Wenn Innogy und RWE am Montag und Dienstag ihre Neunmonatsbilanz vorlegen, werden Investoren nach vorne schauen. Für RWE-Chef Rolf Martin Schmitz und Innogy-Boss Peter Terium läuft derzeit zwar alles rund – aber das muss nicht so bleiben. Die Aktienkurse des Kraftwerksbetreibers und seiner Stromnetztochter sind kräftig gestiegen.Seit dem Freikauf von der Atommüll-Verantwortung im Dezember 2016 hat sich der Börsenwert von RWE auf 13,3 Mrd. Euro verdoppelt. Die Marktkapitalisierung der Tochter Innogy, an der RWE 77 % der Anteile hält, ist seit Oktober 2016, als die Erstnotiz von Innogy zu Europas größtem Börsengang seit 2011 geriet, um 17 % auf 23,4 Mrd. Euro gewachsen. Innogy zahlt aus dem lukrativen Geschäft mit den Stromnetzen üppige Dividenden von 660 Mill. Euro an RWE, mit denen der Mutterkonzern seine Kosten für den Abriss der Atomkraftwerke deckt.Eigentlich alles in Butter – bis auf zwei Problemfelder: Während das operative Ergebnis von Innogy laut Barclays um 12 % gestiegen sein dürfte, sieht sich der Konzern gezwungen, seinen notleidenden britischen Stromvertrieb in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem schottischen Konkurrenten SSE auszugliedern. In den Büchern von Innogy steht die Tochter Npower mit einem Wert von 2,1 Mrd. Pfund. Hier könnte eine dicke Abschreibung fällig werden. Und bei RWE drohen Milliardenkosten für den Kohleausstieg: Sogar NRW-Landeschef Armin Laschet, in dessen Bundesland große Braunkohle-Tagebaue betrieben werden, räumte jetzt ein, die Verstromung von Braunkohle sei nur noch eine “Übergangstechnologie”.cru