FINANZMARKTKALENDER - NÄCHSTE WOCHE

Stockers Debüt

Bilanzpressekonferenz der DekaBank steht im Zeichen der Covid-19-Pandemie

Stockers Debüt

ski Frankfurt – Seine erste Bilanzpressekonferenz als Vorstandsvorsitzender der DekaBank dürfte sich Georg Stocker etwas anders vorgestellt haben, als er zum Jahresbeginn nach einer längeren Übergangszeit das Amt von seinem Vorgänger Michael Rüdiger übernahm. Das Coronavirus begann damals gerade im chinesischen Wuhan ein Thema zu werden, war aber hierzulande auch zeitlich noch weit weg. Nun ist alles anders, und Stocker (55) wird am Dienstag mit einem Mindestabstand von 2 Metern zu seinen Mitmenschen und für das Medienpublikum unsichtbar in einem Konferenzraum sitzen, um telefonisch über das zurückliegende Geschäftsjahr und vor allem über die weiteren Perspektiven zu berichten und Fragen der Presse zu beantworten.Doch das sind nur die Äußerlichkeiten. Völlig anders dürfte sich Stocker wie wir alle insbesondere das wirtschaftliche Umfeld vorgestellt haben, in dem er und seine Kollegen Bilanz über ein Geschäftsjahr zu ziehen haben, in dem die Deka nach dem bekannten Stand von Ende September auf Wachstumskurs geblieben ist und ihr wirtschaftliches Ergebnis knapp halten konnte. Doch die durch die Covid-19-Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise und die damit einhergehenden Verwerfungen an den Kapitalmärkten treffen gerade eine Gruppe in mehrfacher Hinsicht, die Bank und Wertpapierhaus der Sparkassen zugleich ist. Der am Jahresende ausgeschiedene Bankchef Rüdiger hatte noch im November eine “zunehmende Hinwendung der Bevölkerung zum Wertpapiersparen” konstatiert. Ob es dabei nach den Kurseinbrüchen der vergangenen Wochen bleiben wird?Und noch in einem weiteren Punkt wird sich Stocker die erste Bilanzpressekonferenz unter seiner Ägide anders vorgestellt haben. Bis vor kurzem konnte man nämlich davon ausgehen, dass ein bestimmtes Thema diese Veranstaltung klar dominieren würde, das nicht “Corona” heißt: die Diskussion über ein neues gemeinsames Sparkassen-Zentralinstitut und ein Zusammengehen von DekaBank und Helaba als erstem Schritt auf dem Weg dorthin. Doch dieses Thema hat der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, der auch Verwaltungsratsvorsitzender der DekaBank ist, vor zwei Wochen kurzerhand von der Agenda genommen. Angesichts der Pandemie sei jetzt nicht die Zeit, sich mit den eigenen Strukturen zu beschäftigen. Es gelte vielmehr, zur Aufrechterhaltung der öffentlichen und betrieblichen Infrastrukturen beizutragen und den unter der Krise leidenden Unternehmen zu helfen. Was die Deka dafür tun kann: Auch das wird Stocker bei seinem Debüt berichten.