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Redaktion


Vorschau (18:54)

Gesucht wird: die gute Bank. Die Bank, der Ethik mindestens ebenso wichtig ist wie Rendite. Die Bank, die ihre Berater nicht als Drückerkolonne auf die Menschheit loslässt, die Omas dreifach geswapte Yen-Anleihen ins Depot schummeln und 80-jährigen Opas Bausparverträge unterjubeln. Die Bank, die Kommunen keine Hasardspiele auf Zinsänderungen anbietet und Anlegern keine Wetten auf den Todeszeitpunkt von Lebensversicherungsnehmern. Die Bank, die ihre „dienende Rolle" nicht darin sieht, vermögenden Kunden bei der Steuerhinterziehung behilflich zu sein, Unternehmen beim Frisieren ihrer Bilanzen oder Regierungen beim Schönrechnen von Etatdefiziten. Die Banken, schon traditionell nicht ganz oben auf der nach unten offenen Beliebtheitsskala angesiedelt, stehen seit Beginn der Finanzkrise noch mehr denn je am Pranger. Das Urteil der öffentlichen Meinung ist vernichtend. Eine außer Rand und Band geratene Branche, deren Akteure mit ihrem Geschäftsgebaren in einer unseligen Melange von Gier und Dummheit entscheidend dazu beigetragen haben, das globale Finanzsystem und die „reale" Weltwirtschaft fast zum Einsturz zu bringen, eine Branche, die den Steuerzahlern billionenschwere Rettungspakete faktisch abgepresst und den Notenbanken eine aufs Neue exzessive Politik des billigen, diesmal sogar nahezu kostenlosen Geldes – eine Politik mit noch unabsehbaren Folgen – oktroyiert hat, weil nur dadurch der Zusammenbruch abzuwenden war: eine solche Branche darf sich über dieses Verdikt nicht wundern. Banken-Bashing ist mächtig in Mode. Doch die Rollen in diesem Spiel sind, wie meist beim Bashing, ein wenig ungleich und auch unfair verteilt. In zweierlei Hinsicht: Zum einen wird von jenen, die die Prügel austeilen, allzu gerne übersehen, dass es nur eine kleine radikale Minderheit der Banken war, die das System an den Rand des Abgrunds getrieben hat. Zum anderen gilt es doch festzuhalten, dass volljährige Geldanleger, wenn nicht eine einschlägige gesundheitliche Beeinträchtigung oder eine kriminelle Handlung vorliegt, für ihre Anlageentscheidungen grundsätzlich selbst verantwortlich sind.
Mehr dazu lesen Sie in der Börsen-Zeitung vom 18.2.2010: Leitartikel von Bernd Wittkowski auf Seite 8

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=10275&titel=Leitartikel:-Boomendes-Banken-Bashing
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