Redaktion


Vorschau (19:37)

Die zyprische Regierung hat nach Informationen heimischer Medien im Poker um die eigene wirtschaftliche Existenz am Dienstag erneut mehrere Möglichkeiten ins Auge gefasst. Nachdem die nötige Abstimmung im Parlament zunächst auf Mittwoch verschoben und dann wieder auf die Tagesordnung am Dienstag Abend gerückt wurde, gingen am späten Nachmittag Gerüchte um, die Regierungspartei selbst wolle dem Votum fernbleiben. Zuvor war übereinstimmend berichtet worden, dass die Regierung als Reaktion auf die Proteste die vorgesehene Beteiligung der Sparer an den Kosten der Rettung dadurch abgemildert habe, dass sie Einlagen bis 20000 Euro von der Steuer freistellen wollen. Auf diese Weise würden Kleinsparer vor Verlusten bewahrt. Allerdings fehlen in diesem Fall auch mehrere Hundert Millionen Euro, vielleicht sogar mehr als 1 Mrd. Euro, die Zypern als Beitrag aus der Besteuerung der Einleger zugesagt hat. Da die Regierung zunächst nicht willens war, zum Ausgleich die Steuersätze für Sparvermögen von mehr als 20000 Euro (6,75 %) und von mehr als 100000 Euro (9,9 %) anzuheben, klafft eine Lücke bei der Finanzierung des Bedarfs von Zypern und den großen Banken. Einiges deutete am Dienstag darauf hin, dass Zypern das Risiko eingeht, mit seinem Eigenbeitrag unter den Zusagen zu bleiben – in der Hoffnung, dass die Eurogruppe ihren Partner trotzdem nicht pleite gehen lässt. Die Euro-Länder wiederum schienen am Dienstag darauf zu setzen, dass sich das angeschlagene Land unter dem extremen Druck von außen letztlich doch durchringt, die Sparer wie geplant zu belasten. Was passieren würde, wenn diese gegenseitige Drohkulisse letztendlich im Streit endet und Zypern auch am Mittwoch und Donnerstag noch ohne Aussicht auf Hilfen dastehe, wollten Diplomaten und Beamte nicht kommentieren. Das freilich entspricht der gängigen Praxis, grundsätzlich nicht über einen Plan B zu sprechen. Das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank, Jörg Asmussen, hatte zuletzt auf Fragen nach Risikoszenarien lediglich bekräftigt, dass die EZB alle solventen Banken mit Liquidität versorgen werde.
Mehr dazu lesen Sie in der Börsen-Zeitung vom 20.3.2013: Berichterstattung von Georg Blaha, Detlef Fechtner, Christopher Kalbhenn, Mark Schrörs und Angela Wefers auf den Seiten 1, 7 und 17
sowie Kommentar von Detlef Fechtner auf Seite 1

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=17425&titel=Zypern-pokert
BZ Artikel twitternLinkedInXingFacebook


Termine des Tages
Montag, 09.12.2019

Sonstiges
Transparency Deutschland: Veranstaltung zum Thema „Cum-Ex - Der organisierte Griff in die Staatskasse. Was sind die Konsequenzen?“, Berlin


 


























22

0.270081 s