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Redaktion

Geld oder Brief
Von Angelika Engler, Madrid

Der Edelstahlproduzent Acerinox S.A. gehört an Spaniens Aktienmarkt für gewöhnlich zu den Leisetretern, die im Schatten der großen Blue Chips erfolgreich vor sich hin wirtschaften. Doch zu Beginn des neuen Börsenjahres haben viele Analysten den Wert in ihre Favoritenliste aufgenommen, und schlagartig rückte das Unternehmen ins Rampenlicht. Die Sparkasse Caja Madrid etwa bescheinigt der Aktie für 2005 ein Kurspotenzial von 16,8 % und räumt dem Titel damit die besten Performance-Aussichten unter allen im Referenzindex Ibex 35 gelisteten Werten ein. Die Broker der Bank Banesto sehen das Kursziel sogar bei 14,20 Euro, was einem Plus von 24 % gegenüber dem aktuellen Kurs von 11,46 Euro bedeutet. Dabei schloss die Stahlaktie bereits das Börsenjahr 2004 alles andere als bescheiden ab. Sie gewann gut 26 % dazu, während der Ibex 35 um 17 % zulegte.



Impulse aus USA und Afrika

Der Optimismus der Analysten auf ein erneut gutes Börsenjahr für Acerinox stützt sich zum einen auf die gute Konjunktur, die die internationale Stahlbranche vor allem dank der immer noch großen Nachfrage in China genießt. Acerinox, die schon seit 30 Jahren auf ihren japanischen Referenzaktionär Nisshin Steel Corporation (11 % des Kapitals) zählen kann, profitiert außerdem von dem überraschend stark gestiegenen Stahlverbrauch in den USA. Im US-Bundesstaat Kentucky nahm das spanische Unternehmen im Februar 2002 die vertikal integrierte Fabrik North American Stainless (NAS) in Betrieb und verzeichnet seitdem ein rasantes Wachstum. Auch aus Südafrika, dem dritten großen Produktionsstandort von Acerinox nach Spanien und den USA, kommen wichtige Wachstumsimpulse. 2002 kaufte sich Acerinox zu 64 % bei Columbus Stainless ein, die in Middelburg eine ebenfalls vertikal ausgerichtete Fabrik betreibt.

Acerinox punktet unter Analysten deshalb auch mit einem relativ niedrigen Schuldenstand. In der internationalen Fachwelt genießt das derzeit knapp 3 Mrd. Euro schwere Unternehmen schon seit langem den Ruf als weltweit konkurrenzfähigster und rentabelster Produzent von Edelstahl. Die drei Stahlfabriken umfassen alle Produktionsstufen der Edelstahlgewinnung und zählen zu den modernsten sowie kostengünstigsten. Alleine in Südafrika zahlt Acerinox nur halb so viel Arbeits- und Energiekosten wie in Spanien.



Kräftiges Marktwachstum

Bei der Produktion liegt das Unternehmen mit Geschäftssitz in Madrid mit einer Kapazität von derzeit 2,7 Millionen Tonnen und einem Marktanteil von 12 % weltweit zwar nur auf Platz drei. Doch Präsident Victoriano Muñoz Cava hat ehrgeizige Pläne: Man werde im Jahr 2006 der größte Edelstahlproduzent der Welt sein, sagte er kürzlich in einem Zeitungsinterview. Eine Überkapazität fürchtet der Acerinox-Präsident nicht, auch nicht einen abrupten Nachfragerückgang in China oder anderen Regionen der Welt. Der internationale Branchenverband ISSF erwartet für dieses Jahr ein Wachstum von 5,6 %, bislang wurden die Prognosen immer übertroffen.

Nicht nur die weltweit günstige Konjunktur für Edelstahl ließ das Ergebnis für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2004 kräftig steigen. Für Acerinox zahlte sich auch die Strategie aus, mit ihren drei vertikal arbeitenden Fabriken in drei verschiedenen Regionen der Welt mit drei verschiedenen Währungen präsent zu sein. Abgerundet wird das Bild über ein eigenes Vertriebsnetz, über das der spanische Produzent in fünf Kontinenten und 80 Ländern vertreten ist.



2004 neues Rekordergebnis

Nur in Spanien trübte ein 29 Tage dauernder Streik Anfang 2004 das Bild, denn die dortige Produktion fiel als Folge um 11 % geringer aus als im Vorjahreszeitraum 2003. Von Januar bis September steigerte der Produzent, der auch im nachfragestarken Industrieraum Süddeutschlands über Läger verfügt, seinen Umsatz um 41 % auf fast 3 Mrd. Euro. Der Bruttogewinn stieg um 155 % auf 370 Mill. Euro, und der Nettogewinn erreichte 223 Mill. Euro (+ 114 %). Die US-Fabrik NAS trug zum Ergebnis bereits 43 % bei, und dieser Produktionsstandort wächst immer mehr zur tragenden Säule des Unternehmens heran.

Analysten rechnen damit, dass Acerinox das Geschäftsjahr 2004 mit einem Nettogewinn von 295 Mill. Euro abschließen kann und sein bisheriges Rekordjahr 2000 (288 Mill. Euro) übertreffen wird. Damit würde der Produzent auch den Einschnitt überwinden, den das Geschäftsjahr 2001 für die Branche mit fallenden Preisen und rückläufigem Weltwirtschaftswachstum bedeutet hatte.



Tücken der Zyklen

"Wir müssen uns den Wirtschaftszyklen stellen, doch auch im bisher schlechtesten Jahr 2001 haben wir noch Gewinn erwirtschaftet und Dividende gezahlt", sagt Muñoz Cava stolz. Für das Geschäftsjahr 2004 können sich die Investoren auf eine steigende Dividende freuen: In guten Jahren pflege Acerinox die Gewohnheit, die Dividende zu erhöhen, heißt es dazu. In den zurückliegenden fünf Jahren stieg die Gewinnausschüttung laut Bloomberg um jährlich durchschnittlich gut 12 %, wobei sich der Produzent bislang aber nicht durch eine großzügige Dividendenrendite auszeichnete. Angst vor einer Übernahme hat Präsident Muñoz Cava nicht: Die Stimmrechte seien auf 10 % des Kapitals beschränkt, und fast 40 % befänden sich in Händen des stabilen Aktionärskerns.

Neben Nisshin Steel gehören auch spanische Investoren wie etwa die Investmentgesellschaft Corporación Financiera Alba (indirekte Beteiligung von 10,5 %) oder die Investorin Alicia Koplowitz (6,5 %), ehemalige Co-Präsidentin des Baukonzerns FCC, zu den Stammaktionären. Statt aufgekauft zu werden, hält Acerinox vielmehr selbst Ausschau nach einer Gelegenheit: "Uns fehlt noch etwas im Südosten Asiens. Und falls sich die Gelegenheit bietet, steigen wir in China ein - aber ohne Eile."

Börsen-Zeitung, 14.01.2005, Autor Angelika Engler, Madrid , Nummer 9, Seite 17, 847 Wörter

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