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Geld oder Brief
Von Angelika Engler, Madrid

"Unrentable Läden gibt es bei uns nicht." Wer dies von sich in Zeiten der Finanzkrise und der Rezession in gleich mehreren seiner Märkte sagen kann, ist der spanische Modekonzern Inditex ("Zara" und sieben andere Marken). Er steigerte seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2008 (1. Februar bis 31. Januar) um 10 % auf 10,4 Mrd. Euro und verdrängte damit die US-Firma Gap vom Thron des weltweit größten Mode-Retailers nach Umsatz. Konkurrent Hennes & Mauritz (H & M) hat Inditex dabei längst überholt, beim Nettogewinn hinkt die derzeit 17 Mrd. Euro teure Inditex mit den im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielten 1,25 Mrd. Euro (+ 0,24 %) allerdings den derzeit 14 Mrd. Euro teuren Schweden (1,4 Mrd. Euro) hinterher. Doch über die Konkurrenz und ihre Strategien, die derzeit offenbar zu einem Preiskrieg tendieren, um die Kundschaft bei der Stange zu halten, schweigt sich Pablo Isla, Chief Executive Officer von Inditex, aus. "Wir werden weder unser Geschäftsmodell noch unserer Preispolitik ändern." Vielmehr sieht Isla mit den jüngst veröffentlichen Geschäftszahlen 2008 die Stärke des Konzerns, der mittlerweile in 73 Ländern mit 4 264 Läden präsent ist, bestätigt: "Wir sind zwar nicht krisenimmun. Doch wir glauben, dass unser Geschäftsmodell mit attraktiven Preisen und ständig neuer Ware uns in unterschiedlichen Märkten und unterschiedlichen Konjunkturzyklen wachsen lässt."

Keine Läden schließen

Selbst im früheren Hauptmarkt Spanien, aus dem der Konzern aus dem nordwestspanischen Arteixo bei La Coruña immer noch 34 % seines Umsatzes zieht und dessen Wirtschaft dieses Jahr um 3 % schrumpfen könnte, will Inditex keinen Laden schließen. Denn auch hier stiegen die Einnahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1 %, auch wenn sich diese Größenordnung am unteren Ende innerhalb der mittlerweile vier geografischen Märkte - neben Spanien sind dies Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika - bewegte. Die Eröffnung von weltweit 573 neuen Läden - ein Ausbau der Ladenfläche um 15 % - erwies sich auch 2008 als der Wachstumsmotor der Spanier. Ohne sie wäre der Umsatz auf dem Vorjahresniveau stagniert, während Analysten allein für das vierte Quartal mit einem Rückgang der Einnahmen auf vergleichbarer Ladenfläche - also ohne die neuen Geschäfte - von 3 % gerechnet hatten. Überhaupt musste sich der Markt, der eigentlich mit dem ersten Gewinnrückgang seit Börsengang im Jahr 2001 gerechnet hatte, rundum eines Besseren belehren lassen. Ohne Sondereinnahmen aus dem Jahr 2007 und um Währungseffekte bereinigt, hätte Inditex sogar ein Gewinnplus von 3 % erwirtschaftet.

Für 2009 zeigt sich Isla deshalb optimistisch, dass Inditex weiter wachsen wird. Der erste Monat des neuen Geschäftsjahres lief trotz allgemeiner Krisenstimmung gut an: Der Umsatz sei währungsbereinigt um 9 % gestiegen, so Inditex, und gab damit erstmals eine konkrete Zahl zur Entwicklung in einem laufenden Geschäftsjahr. Wie H & M setzt auch Inditex vor allem auf Asien, vornehmlich China, obwohl die dortige Wirtschaft auch im Abkühlen begriffen ist. "Selbst wenn China dieses Jahr nicht so stark wachsen sollte, gibt es keinen Zweifel an dem großen Wachstums- und Entwicklungspotenzial des Landes." 2008 erschloss man sich mit Südkorea einen neuen Markt, 2010 soll Indien folgen. 10 % des Umsatzes zieht Inditex, die von Firmengründer und Präsident Amancio Ortega zu 60 % kontrolliert wird, bereits aus der Region.

Das Wort "Krise" spiegelt sich bei Inditex höchstens in Form eines gedrosselten Expansionstempos wider. Für 2009 sind nämlich "nur" noch 370 bis 450 (- 21 % ggü. Vorjahr) neue Läden geplant. 95 % davon sollen außerhalb Spaniens eingerichtet werden. Die Investitionen, die die schuldenlose Inditex stets mit dem Cash-flow (2008: 1,8 Mrd. Euro) finanziert, werden damit von 937 auf etwa 600 Mill. Euro sinken. Allerdings hatten die investierten Summen in den Jahren 2006 bis 2008 auch die Kosten für den Aufbau zusätzlicher Logistikzentren in Spanien umfasst, mit denen Inditex die Belieferung der weltweit schnell wachsenden Ladenketten sicherstellen wollte. Diese Phase gilt jetzt als abgeschlossen. Das vielleicht größte Unterscheidungsmerkmal, die hohe Rotation der Ware in allen Marken, will Inditex gerade in Krisenzeiten weiter pflegen. Deshalb bleibt die Produktion auch zum Großteil in eigenen Fabriken in Spanien und nahen Ländern wie Marokko oder Portugal, selbst wenn in Asien Kosten gespart werden könnten. Doch so kann Inditex innerhalb von nur zwei Wochen auf die aktuellsten Trends reagieren und den neuesten Schrei in die Läden bringen.

Stabile Dividendenpolitik

Dem Aktionär stellt Inditex trotz Krise eine stabile Dividendenpolitik in Aussicht. Für 2008 zahlt der Konzern dieselbe Dividende wie 2007 - 1,05 Euro pro Aktie. Die Analysten von JPMorgan sehen das als Zeichen dafür, dass Inditex in dem wirtschaftlich schwachen Umfeld lieber seine Kasse - sie ist derzeit mit 1,2 Mrd. Euro netto gefüllt - schont. Dies unterstrich auch Isla: "Wir wollen die Nachhaltigkeit unseres Modells garantieren und nicht in einem bestimmten Moment den Gewinn maximieren." Die Zahlen zeigen, dass Inditex mit seinem Latein trotz aller Unkenrufe über ein ausgedientes Geschäftsmodell nicht am Ende ist, selbst wenn das Wachstum nicht mehr so stürmisch ausfällt. Im Gegenteil: Analysten sehen Inditex und auch H & M trotz der Krise als attraktive Werte dank ihres hohen Cash-flows und ihres internationalen Wachstums. Citigroup sieht Inditex, die seit Jahresbeginn 10 % auf 28,24 Euro verloren hat - H & M gewann dagegen 7 % - mit einem KGV von 13 für 2009 als niedrig bewertet an. Die Kaufempfehlungen für die Aktie überwiegen.

In so unsicheren Börsen- und Konjunkturzeiten wie diesen hat der Investor zumindest eine Gewissheit: Inditex kann mit seiner Formel noch gut wirtschaften, wo andere schon straucheln.

Börsen-Zeitung, 27.03.2009, Autor Angelika Engler, Madrid , Nummer 60, Seite 17, 892 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2009060224&titel=Modekonzern-Inditex-will-Asien-erobern-
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