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Redaktion

Kommentar
Der Rücktritt von Håkan Samuelsson an der Spitze von MAN ist ein Paukenschlag. Sein Schritt deutet darauf hin, dass es zwischen ihm und dem Chefaufseher Ferdinand Piëch eine heftige Auseinandersetzung über die Zukunft des Dax-Konzerns gegeben hat. Schließlich loten die Beteiligten schon seit Monaten aus, wie das Unternehmen in eine Lkw-Dreierallianz mit VW und Scania eingebunden werden kann. Hartnäckiger Widerstand von MAN behinderte aber eine zügige Umsetzung des vor allem von Piëch in Angriff genommenen Konzepts, MAN als elfte Marke in das Reich von Europas größtem Autokonzern einzugliedern.

Samuelsson, der auf die Unabhängigkeit von MAN pochte, stand dem VW-Übervater zunehmend im Weg. Seine Entscheidung ist daher konsequent, hatte Samuelsson angesichts der Machtverhältnisse doch ohnehin keine Chance, sich mit seinen Vorstellungen durchzusetzen. VW kontrolliert 29,9 % des MAN-Grundkapitals und verfügt damit über eine Sperrminorität. Ohne VW läuft bei MAN nichts mehr.

Die Rückschläge im operativen Kerngeschäft als Folge der Wirtschaftskrise und die Schmiergeldaffäre in der Nutzfahrzeugsparte schwächten aber Samuelssons Position zusätzlich, wenngleich im Korruptionsskandal gegen ihn nicht ermittelt wird.

Kaum vorstellbar, dass sich VW auf Dauer mit der Rolle eines dominanten Großaktionärs bei MAN begnügt. Ein Überschreiten der 30 %-Schwelle würde aber zunächst ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre auslösen, was VW derzeit ungelegen käme. Schließlich lassen sich die Wolfsburger mit der geplanten Übernahme von Porsche via Kapitalerhöhung auf einen finanziellen Kraftakt ein. Mit weiteren Baustellen würden sich Finanzprofil und Rating von Volkswagen verschlechtern. Vor diesem Hintergrund dürfte sich eine endgültige Entscheidung über die Rolle von MAN im VW-Reich bis ins nächste Jahr hinziehen.

Samuelssons Rücktritt ebnet jedoch für Piëch einen weiteren Weg, die beteiligten Konzerne nach seinen Vorstellungen zu formen. Der Machtmensch Piëch, zugleich Chefaufseher bei Volkswagen, hat erst vor kurzem Wendelin Wiedeking von der Porsche-Spitze verdrängt. Samuelsson bleibt mit seinem überraschenden Fortgang eine öffentliche Demontage und Schlammschlacht gleichen Ausmaßes wie im Fall Wiedeking erspart.


Börsen-Zeitung, 24.11.2009, Autor Stefan Kroneck, Nummer 226, Seite 1, 302 Wörter

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