Dax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 11.432,50+1,05% TecDax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 2.617,25-0,66% Euro Stoxx 50 Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.265,50+0,68% US/Dow Jones Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 25.974,00+0,28% Gold: 1.337,63-0,22% EUR/USD: 1,1335-0,09%
Redaktion

Risikoteilung mit der Hausbank durch Konsortialkredite
Von Lutz Koopmann

In den zurückliegenden Monaten waren die Förderbanken stärker denn je gefragt, ihre Instrumente einzusetzen, um die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise auf ihre Regionen abzuschwächen. Ihre Bedeutung für das Wirtschaftsgeschehen vor Ort ist weiter gewachsen. Die Förderbanken konnten gerade in der jüngsten Vergangenheit ihre Verlässlichkeit und stabilisierende Kraft für die regionalen Kreditmärkte beweisen.

Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB) begleitet Existenzgründungen und unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen sowie landwirtschaftliche Betriebe (bei Vollerwerb). Sie steht zur Mitfinanzierung von Investitionen, Umlaufvermögen, Liquiditätsbedarf, aber auch von Nachfolgeregelungen zur Verfügung. Die umfangreichen Beratungsleistungen der IB bieten Orientierung und erleichtern den Weg in die berufliche Selbständigkeit. Darüber hinaus ist die Bank auf weiteren Fördergebieten wie zum Beispiel Wohnungs- und Städtebau, Kommunen sowie Arbeitsmarkt tätig. Mit einem vielseitigen und bedarfsgerechten Angebot leistet sie einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und strukturellen Entwicklung Schleswig-Holsteins.

Investitionen sicherstellen

Gerade angesichts veränderter Wirtschaftsprognosen steht die IB bereit, Finanzierungen für Unternehmen in Schleswig-Holstein gemeinsam mit der Hausbank zu schultern. Solche Konsortialkredite ermöglichen Risikoteilung und Eigenkapitalschonung bei den Hausbanken. Das schafft für die Hausbanken neue Spielräume bei der Kreditvergabe und erleichtert Unternehmen den Zugang zu neuen Krediten. Notwendige Investitionen bei kleinen und mittelständischen Unternehmen können auf diesem Wege sichergestellt werden. Natürlich immer bei vertretbarem Risiko, denn ein tragfähiges Finanzierungskonzept ist auch bei einer Förderbank Grundvoraussetzung für ihr Engagement.

Eine Besonderheit des Konsortialkredits der IB ist es, unter bestimmten Umständen auch von bereits bestehenden Finanzierungen Teile in dieser Form den Hausbanken abzunehmen. Dies ist für die Portfoliosteuerung der Hausbanken von Vorteil. Die Nachfrage nach Konsortialkrediten ist hoch, sie stieg 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 30%.

Förderbanken übernehmen - je nach Bedarf auch im Zusammenspiel mit den Beteiligungsgesellschaften des Bundeslandes - das Management von Beteiligungsfonds zur Versorgung der Wirtschaft mit Eigenkapital. Das Fondsvolumen setzt sich häufig aus Landes- und EU-Mitteln zusammen. Die angemessene Eigenkapitalausstattung rückt gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen immer mehr in den Fokus. Eine solide Kapitalbasis ist nicht nur Grundlage für eine ausreichende Kreditschöpfung, mit ihr lassen sich auch konjunkturell schwierige Zeiten besser überstehen.

Die IB bietet Sonderdarlehen mit eigenkapitalähnlichem Charakter und ist Ansprechpartner bei Bedarf an Beteiligungskapital. So stellt der "EFRE-Risikokapitalfonds Schleswig-Holstein II" mit einem Fondsvolumen von 48 Mill. Euro insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen sowie Existenzgründungen Beteiligungskapital bereit. Durch den revolvierenden Einsatz der im Fonds enthaltenen Zuschüsse bieten sich längerfristige Gestaltungsmöglichkeiten, da rückfließende Mittel erneut zur Verfügung stehen.

Mit dem 2008 aufgelegten und mit 30 Mill. Euro ausgestatteten "Mittelstandsfonds Schleswig-Holstein" gelang es, einen besonderen Weg für dieses Finanzierungsinstrument zu beschreiten. Pilotcharakter hat das öffentlich-private Finanzierungsmodell des Fonds: Neben dem Land Schleswig-Holstein, das eine Risiko-Bürgschaft übernimmt, sind Kreditinstitute aus allen Bereichen der Kreditwirtschaft (Sparkassen ebenso wie Volksbanken bis hin zur Commerzbank AG), die Investitionsbank und die KfW Bankengruppe an der neu gegründeten "Mittelstandsfonds Schleswig-Holstein GmbH" beteiligt. Die Geschäftsführung verantworten Manager der Investitionsbank und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft SH gemeinsam.

Der "Mittelstandsfonds Schleswig-Holstein" schließt eine Angebotslücke für die Unternehmen, die einerseits für die klassische Wirtschaftsförderung zu groß und andererseits für große private Kapitalbeteiligungsgesellschaften zu klein sind - also in der Regel Jahresumsätze zwischen 10 und 100 Mill. Euro erwirtschaften. Der Vorteil besteht nicht zuletzt darin, dass Unternehmen durch den Beteiligungsfonds zwar über bis zu 2 Mill. Euro mehr Eigenkapital verfügen, aber operativ die Zügel in vollem Umfang allein in der Hand behalten. Der Zustimmung der EU-Kommission für das beihilfefreie Fondsmodell waren zweijährige Verhandlungen vorausgegangen, die sich rückblickend gelohnt haben, denn bisher konnte der Fonds zehn Unternehmen insgesamt knapp 10 Mill. Euro zur Umsetzung ihrer Wachstumsstrategie zur Verfügung stellen.

Bei förderungswürdigen Vorhaben erzeugen Zuschüsse sinnvolle Impulse für nachhaltiges Wachstum und Sicherung von Beschäftigung. Im Rahmen des "Zukunftsprogramms Wirtschaft" des Landes Schleswig-Holstein verantwortet die IB das Management der Zuschüsse für regionale Projekte und für die betriebliche Investitionsförderung (Laufzeit 2007 bis 2013). Für diese Förderung wurden EFRE-Mittel (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung), Mittel der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" und Landesmittel bereitgestellt. Das "Zukunftsprogramm Wirtschaft" fördert regionale Projekte und betriebliche Investitionen im gesamten Landesgebiet. Schwerpunkte sind zum Beispiel die Stärkung von Wissen und Innovation, die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und die Stärkung der unternehmerischen Basis. Die durch die Förderung ausgelösten Gesamtinvestitionen sichern bestehende und schaffen neue Dauerarbeitsplätze in den Betrieben zwischen Nord- und Ostsee.

Förderlotsen bieten Orientierung

Existenzgründungsinteressierte und junge Unternehmen finden in Schleswig-Holstein das ideale Gründerklima vor. Die vernetzte Wirtschaftsförderung optimiert die Startbedingungen. Mit der Förderberatung der IB wird Unternehmen, freien Berufen und Existenzgründungsinteressierten ein besonderer unentgeltlicher Service angeboten: Die Fachleute der IB lichten den "Förder-dschungel" und beraten unabhängig über die Fördermöglichkeiten des Landes, des Bundes und der EU. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Vorbereitung auf Gespräche mit den Hausbanken und dabei speziell auf die Anforderungen an überzeugende Gründungs- und

Unternehmenskonzepte. Der Rat der Experten kann bares Geld wert sein und die Gewissheit bringen, keine Fördermöglichkeiten zu verpassen. Für gründungsinteressierte Frauen und für Jungunternehmerinnen offeriert die Abteilung "IB.GründerinnenBeratung" spezielle Beratungen von Frau zu Frau unter Einbeziehung frauenspezifischer Erfahrungen.

Die Förderbank koordiniert das "Enterprise Europe Network" für Schleswig-Holstein und Hamburg: Unter diesem Dach bilden vier Partner einen regionalen Verbund, der maßgeschneiderte Beratung in Fragen der EU-Förderung von Wirtschaft und Wissenschaft anbietet. Die EU-Beratung der IB informiert über aktuelle Programme und Finanzierungsmöglichkeiten, bietet Unterstützung von der Antragstellung bis zur Projektumsetzung und kann mit ihrer Vertretung in Brüssel auf der europäischen Ebene direkt die Interessen der regionalen Wirtschaft vertreten.

Die Zusammenarbeit der IB mit anderen Förderinstituten ist in Schleswig-Holstein eng verzahnt: So verbessert die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein die Kapitalbasis von Unternehmen. Die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein sorgt dafür, dass gute Geschäftsideen nicht an mangelnden Sicherheiten scheitern müssen. Und die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein steht mit ihren Kompetenzen auf dem Gebiet der Innovations-, Ansiedlungs- und Außenwirtschaftsförderung bereit.

Strukturwandel und Arbeitsplätze im Blick

Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB) ist das zentrale Förderinstitut des Landes mit einem Bilanzvolumen von 16 Mrd. Euro und rund 450 Mitarbeitern. Das Neugeschäftsvolumen betrug 2009 mehr als 2 Mrd. Euro. Der Förderauftrag besteht in der Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen in Schleswig-Holstein und in der Unterstützung des Strukturwandels. www.ib-sh.de

Börsen-Zeitung, 06.02.2010, Autor Lutz Koopmann, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Schleswig-Holstein, Nummer 25, Seite B 14, 972 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2010025312&titel=Foerderbanken-sind-wichtig-fuer-die-regionale-Wirtschaft
BZ Artikel twitternLinkedInXingFacebook



Serien zu Banken & Finanzen
Themendossiers zu Banken & Finanzen


Termine des Tages
Donnerstag, 21.02.2019

Ergebnisse
Accor: Jahr
Adva Optical: Jahr
Anglo American: Jahr
Axa: Jahr
BAE Systems: Jahr
Barclays: Jahr
Bouygues: Jahr
Centrica: Jahr
Dropbox: Jahr
First Solar: Jahr
Fuchs Petrolub: Jahr
Henkel: Jahr
Hewlett-Packard: 1. Quartal
HP Enterprise: 1. Quartal
Indus: Jahr
Krones: Jahr
Kudelski: Jahr
Møller-Mærsk: Jahr
Orange: Jahr
Pfeiffer Vacuum: Jahr
Saint-Gobain: Jahr
Swiss Re: Jahr
Takkt: Jahr
Telecom Italia: Jahr und Strategieplan 2019 bis 2021
Telefónica: Jahr
Valeo: Jahr
Veolia Environnement: Jahr

Sonstiges
Auf boersen-zeitung.de finden Sie in den Zusatzdiensten unter Audio/Video einen Link zur Liveübertragung der Bilanzpressekonferenz von Hochtief (14 Uhr).




























22

0.110720 s